FeedBanalgrenze
ErdkundeBrockhaus 1882

Banalgrenze heißt der südlich vom Banate auf beiden Donauufern belegene Teil der ehemaligen österr. Militärgrenze, welcher 2754 qkm groß ist und im W. von dem Bezirke des titler Grenzbataillons, im O. von Siebenbürgen begrenzt wird. Die B. wird von den westl. Ausläufern der on an Naturschönheiten besonders reichen Transsylvanischen Alpen durchzogen und besitzt ein vortreffliches Straßennetz, welches während der Zeit der ugehörigkeit zur Militärgrenze ausgebaut worden ist. Im äußersten Osten der B. liegt das berühmte, schon zur Römerzeit viel besuchte Herculesbad in dem wilden Felsenthale der Mehadia. Die Bewohner (etwa 115000) heißen Banalisten und sind der AUn Land nach Kroaten, zum Teil auch Griechen. Das Land erzeugt namentlich Getreide, Wein und bar seht 5 (Truthühner). Die B. war seit dem Passarowitzer Frieden mit dem temesvarer Banate (den Komitaten Torontal Temes und Krassoö) verbunden, wurde jedoch du die österr. Reichsverfassung vom 4. März 1849 von Ungarn abgetrennt und mit dem neuen österr. Kronlande „Wojwodschaft Serbien und Temeser Banato vereinigt. Im Dez. 1860 wurde dieses Kronland dem ungar. Mutterlande wieder einverleibt; doch verblieb die B. im Verbande der österr. Militärgrenze (s. d.) und bildete zwei Regimentsbezirke derselben, deren jeder in 12 Kompagniebezirke geteilt war. Hauptort des 1. Banalregiments war Glina, der des 2. Petrina. Inhaber der Banal-Grenzregimenter war stets der Banus von Kroatien und Slawonien, welchem die gesamte Militärgrenze seit 1746 in militärischer Hinsicht unterstellt gewesen ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 421Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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