Augment (lat. Vermehrung, Cyrachen heißt in der Grammatik der indogerman. Sprachen das Element, welches, dem Verbum vorgesetzt, zur Bezeichnung der präteritalen Tempora Imperjet, Aoristpräteritum, Plusquamperfekt) dient. Erhalten ist dasselbe nur im Sanskrit, Zend und Griechischen. Das A. bestand ursprünglich aus kurzem e (a), z. B. Sanskrit bharämi, eich trages, Imperfectum a-bharam; im Griechischen Peso (ich trage), Imnasbernns et die Hauptstadt des bayr. Regierungsbezirks Schwaben und Neuburg, an der Mündung der Wertach in den Lech, wichtiger Knotenunkt der Eisenbahnen zwischen München, Ingolürzburg), Ulm (Stuttgart) und Kempten (Lindau), ist Sitz der Kreisregierung, eines Oberlandes⸗, eines Land- und eines Amtsgerichts und anderer Behörden sowie eines kath. %½ mit dem Domkapitel und Zubehör, und zählt (1. Dez. 1880) 61408 E., darunter 19238 Protestanten; die Vororte Lechhausen, Oberhausen, Pfersee und Göggingen 7 zusammen etwa 20000 E. Die Stadt zerfällt in drei Teile, die obere Stadt, die untere Stadt und die Jakober Vorstadt, und besitzt, obgleich altertümlich und unregelmäßig gebaut, doch einige schöne Straßen, mehrere große, mit Springbrunnen gezierte öffentliche Plätze und viele schöne oder merkwürdige Gebäude. Besonders ausgezeichnet sind: die große und breite Maximiliansstraße mit dem Herculesbrunnen (von Adrian de Vries aus Gravenberg 1602 errichtet) und dem Mereuriusbrunnen (von demselben Meister 1599); der Ludwi —• mit dem (1594 von Hubert Gerrd errichteten) Augustusbrunnen; der ehemals ter Heumarkt, jetzt Philippine-Welser-Straße genannte Platz mit der 1857 von König Ludwig der Stadt ½1 Statue Joh. Jak. Fuggers. Auf dem Fronhofe 15 ein Siegesdenkmal zur Er innerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870—71 (1877 von Kaspar Zumbusch). Von den CTwäbnnn Gebäuden A.s verdienen besondere ähnung: das prächtige, von Elias Holl 1616 —20 im Renaissancestil erbaute, 51 m hohe Rathaus, in welchem sich der berühmte 36 m lange, 19 mbreite, 17 m hohe, reichverzierte Goldene Saal befindet; ferner die am * gelegene, ehemals fürstbischöfl., jetzt königl. Residenz, in der (in einer letzt verbauten Abteilung) 25. Juni 1530 die prot. rsten Kaiser Karl V. die Augsburgische Konessiono überreichten; sodann das stattliche fürstl. ggersche Palais, welches in einem seiner Hofräume Fragmente vorzuglicher Fresken von Altorfer, im Lokale des Kunstvereins im Hinterhause dergleichen von Antonio Ponzano enthält, und dessen Ferdin 1860—63 durch fünf große Gemälde von erdinand Wagner geschmückt worden ist; endlich das 1877 erbaute ath tige Theater. Die bedeutendste unter den 11 kath. Kirchen der Stadt ist die Domkirche, welche 995 begonnen, 1006 geweiht, 1321— 1421 zu einer arßsebifßaer Kirche mit niedrigem des Mittelcch umgebaut wurde, an den südl. Fenstern des Mittelschiffs sehr alte Glasgemälde enthält und am südl. Eingange alte ugen Henl. (von 1070) mit allerlei Kunstdarstellungen besitzt. Vgl. Braun, Beschreibung der +*** Domkirches (Augsb. 1829); Herberger, Die ältesten Glasgemälde im Dome zu A.» (Augsb. 1860); Allioli, «Die Bronze-Eade des Doms zu A.» (Augsb. 1853). Am südl. de der Maximiliansstraße steht die von Burkh. im Spitzbogenstil aufgeführte St. Ulrichs schr mit dem an Denkmälern altdeutscher Plastik sehr rei-Brat jetzt als Kaserne benutzten Ulrichskloster. Vgl. Braun, «Geschichte der 7* und des Stifts des heil. Ulrich und Afra in A.y (Augsb. 1817). Unter den fünf prot. Gotteshäusern beitzt die St. Annakirche gute Bilder von Lukas Kranach, Amberger, Burgkmair, die Barfüßerkirche verschiedene oberdeutscher Meister des 17. und 18. Jahrh. Die kath. St. Rloler, wei gehört zu dem angebauten Benediktinerkloster, welchem 1835 das kath. Gymnasium mit Lyceum, das astron. Observatorium, das das Audt Sinstitut für Söhne höherer Stände und das Knabenseminar von St. sehen übergeben wurde. Neben der Annakirche stehen das prot. Gymnasium, das 1580 gegründete Kollegium von St. Anna, das Erziehungs⸗ und Ausstattungsinstitut für Töchter, gestiftet von Barbara von Stetten und die Kreis⸗ und Stadtbibliothek mit 125000 Bänden, vielen Inkunabeln und Handschriften. Sonst besitzt A. an höhern Unterrichtsanstalten noch ein Realgymnasium, eine Industrie⸗ und eine Realschule, eine Kunst⸗ und Zeichenschule, eine Musik⸗, höhere Handels⸗ und eine Brauer chule, und ein Erziehungsinstitut der Englischen Fräulein. Die Gemäldegalerie im ehemaligen St. Katharinenkloster ist für die Geschichte der altdeutschen Kunst von großer Bedeutung; namentlich sind die schwäb. Meister, der ältere Holbein, Hans Burgkmair, Zeitbloom, 4H4 u. a. in s sonstirgen ildern und theilweise vollständiger als sonst irgendwo vertreten; aber auch von ital. und niederländ. Mei⸗ —3 ind vortreffliche Gemälde da. Reichhaltig ist s Maximiliansmuseum mit den Sammlungen röm., mittelalterlicher und späterer Denkmäler des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg. Von dem sprichwörtlich gewordenen Wohlthätigkeitssinne der Augsburger geben zahlreiche, zum Teil sehr reich dotierte Wohlthätigkeitsanstalten Zeugnis. Zu diesen ört auch die Fuggerei, welche aus 106, von 30 Jak. 50 er 1519 für ärmere kath. Bürger erbauten Ohmugen mit Kirche, Indusri un Otadt besteht. Die Industrie der Stadt war seit Beginn des 16. Jahrh. sehr gesunken, hat sich jedoch in neuester Zeit wieder gehoben. Am bedeutendsten ist die Baumwollindustrie (7 Spinnereien und 5 große Webereien), dann die Wollindustrie und Kammgarn-Maßchmer Kattundruckerei, Färberei, Wachstuch⸗, aschinen⸗, Messing⸗, Tabakfabrikation u. s. w. Der frühere blühende Betrieb der Kupferstechkunst ist völlig erloschen. Dagegen haben in neuerer Zeit Buchdruckerei, Lithographie und Buchhandel einen neuen Aufschwung genommen. Die «Allgemeine ist ein Stapelplatz für sůd * und ital. Waren; auch betreibt es bedeutende Spe echselplahe sur und ist noch immer einer der Hauptwechselplätze fur den üden. Die Stadt ist amlichen der nur noch teilweise bestehenden altertümlichen Befestigungen von schönen Alleen und freundlichen Spaziergängen umgeben. Gegen W. und S. sind neue Stadtteile entstanden. Als Grundlage des heutigen A. muß die Kolonie betrachtet werden, welche der Kaiser Augustus um das J. 15 v. Chr. nach Besiegung der Vindelicier unter dem Namen Augusta Vindelicorum, wahrscheinlich an der Stelle eines alten Wohnplatzes der letztern —— und die rasch zur Blüte gelangte, odaß schon acitus A. als die glänzendste Stadt hätiens bezeichnen konnte. Die zahlreichen röm. Denkmäler, die bei A. aufgefunden wurden, bestätigen diese Ansicht. Nach mancherlei Bedrängnissen und Verwüstungen, welche die Kolonie wäh rend der Zeit der Völkerwanderung erfuhr, wurde sie 506 durch Theodorich dem Ostgotischen Reiche einverleibt, doch kam sie schon 30 Jahre darau unter die Botmäßigkeit der Reiche önige. Na der Teilung des Fränkischen Reichs fiel die Stadt den Herzögen von Schwaben zu; 1084 und 1088 wurde sie von Herzog Welf IV. eingenommen und zerstört, blühte jedoch allmählich wieder auf und erscheint im alten Stadtrecht von 1276 (herausgeg. von Chr. Meyer, Augsb. 1872) als freie Reichsstadt. Von dieser Zeit an stieg A. zu immer rößerer Bedeutung und erreichte den höchsten Gipfel seiner Blüte, als 1368 das ari en wußhe. Stadtregiment dem demokratischen weichen mußte. Bis zum Schmalkaldischen Kriege glänzte es durch seinen Handel, Gewerbe und Kunst. Der Schwäbische Bund, dem A. von 1488—1534 angehörte, und dessen Gericht hier seinen Sitz hatte, chohte den Glanz und die polit. Bedeutung der Stadt. Ihr Weltruf aber wurde noch mehr dand die Tüchtigkeit ihrer Bürger in Wissenschaft un Kunst, in Handel und Gewerbe begründet. Neben Nürnberg war A. Hauptstapelplatz für den Handel des nördl. Europa mit dem Süden, bis mit Ende des 15. den de die Entdeckungen der Spanier und Portugiesen dem Welthandel eine neue Richtung aben. Ausgebreitete Geschäfte trieben die Fugger 1 d.) und Welser (s. d.), die ihre 9. 1 nach allen damals bekannten Meeren sendeten. Zugleich war A. der Mittelpunkt der deutschen Kunst, welche durch die beiden Holbein, Burgkmair, Altorfer, Amberger, Schäufelin, Hagenauer, Dienecker u. a. vertreten wurde. Seit dem Schmalkaldischen Kriege, wo die patrizischen Geschlechter mit Unterstützun Karls V. wieder die Oberhand gewannen, sank A. von seiner Höhe und seinem ehalen, 15 herab. Viele Reichstage wurden hier gehalten, 1530 der, auf welchem 25. Juni die Augsburgische Konfession übergeben wurde; 26. Sept. 1555 ward der nach der Stadt benannte Reli ionsfriede (s. d.) geschlossen. Der Dreißigjährige Krieg brachte neue Drangsale uber die Stadt. Das Restitutionsedikt wurde 1629 zuerst in A. vollzogen; 1632 hielt Gustav Adolf, 1635 das kaiserl. Heer nach einjähriger Belagerung seinen Einzug. Während A. 1612 noch gegen 45000 E. zählte, war diese Zahl 1635 auf 16422 herabgesunken. Im Spanischen Erbfolgekriege wurde 1703 die Stadt vom bayr.⸗franz. Heere abermals beschossen und en 5 der Einnahme hart gebrandschatzt. Durch den Preßburger Frieden 1805 verlor 8 ihre Reichsfreiheit, worauf sie 4. März 1806 von ayern in Besitz genommen ward. Die Geschichte A.s haben geschrieben: Welser (Vened. 1594), von Stetten der Altere (2 Bde., Augsb. 1743—58), Gullmann (6 Bde., Augsb. 1818—20), Wagenseil (4 Bde., Augsb. 1819 — 22), von Seida (2 Bde., Augsb. 1826), Jäger (Darmst. 1837) und Schönchen (Münch. 1863). Vgl. auch von Stetten der 5 „Geschichte der adeligen Geschlechter in (Augsb. 1763); derselbe, «Kunst⸗, Gewerbs- und Handwerksgeschichte A.sv (2 Bde., Augsb. 1779—88); «Chroniken der deutschen Städtes (Bd. 4u. 5, Lpz. 1865—67); «Urkundenbuch der Stadt A. v (2 Bde., Augsb. 1874—78); Berner, Woth, Mugsburaer der Stadt A.y(Bresl. 1879); Roth, «Augsurger Reformationsgeschichtes (Münch. 1881). Das sonst ebenfalls reichsunmittelbare Bis tum Augsburg soll schon im 6. Nerd gestiftet worden sein. Der Bischof residierte seit dem 15. Jahrh. in Dillingen. Sein Bistum umfaßte 220 qkm, wurde durch den Reichsdeputationshauptschluß 1803 säkularisiert, und der bischöfl. Länderbesitz gelangte ebenfalls an Bayern. Vgl. Braun, «Geschichte der Bischöfe von A. (4 Bde., Augsb. 1829); Steichele, „Beiträge zur Geschichte des Bistums N. „ (Augsb. 1850 fg.); derselbe, Das Bistum A. historisch und statisuich beschriebens (Augsb. 1861 fg.).