FeedBeira
ErdkundeBrockhaus 1882

Beira, eine Provinz Portugals, die vom linken Douro-Ufer bis zum Tejo und zur Provinz CEstremadura reicht und auf 23977 aEm (1878) 1390747 E. zählt. Das Land zerfällt administrativ in die fünf Distrikte Aveiro, Coimbra, Vizeu, Guarda und Castello-Branco, wird aber von den Alte Beirer felbst naturgemäß in drei Bezirke geteilt: Beiramar, der flache Küstenstrich; Beira-alta oder Ober-B., der gebirgige nordwestl. Teil; Beira-Baixa oder Unter-B., der ebenere Osten. Aus dem Thale des Douro erhebt sich terrassenförmig bis zur Höhe von 700 meim Mittel ein Bergland, welches als * abhang des Plateau von Salamanca anzusehen ist, und wesentlich aus Granit besteht. Auf demselben erheben sich mehrere Gebirgszüge, vor allem die Serra da Estrella, welche in der 27 des Malhäo da Serra den höchsten Gipfel ortugals trägt (2295 m). Dieses Gebirge (der Mons Herminius der Alten) bildet in einer Länge von 60 km einen wichtigen Bergwall zwischen den Thälern des Mondego und Zezere, und fällt zum letztern namentlich in schroffen zerklüfteten Felswänden ab; auf den Abhängen finden sich vier kleine Alpenseen. Ein zweiter, schmalerer ergwall, dessen Sende Glieder Serra de Bussaco (547 m) und Serra de Caramullo (552 m) sind, erhebt sich auf dem westl. Abhang des Plateau, und ein dritter mit dem Douro parallel streichender Gebirgszug bildet den terrassierten Bergabhang, welcher sich bis an das Ufer des Douro erstreckt und in seiner östl. Hälfte ein reizendes, mit Weinreben, Obsthainen Gütern und Laubgehölzen bedecktes Hügelland die südl. Hälfte des Distrikts Alto-Douro (s. d.) bildet. Der westlichste Teil des centralen 11 und der sich nirends mehr über 800 meerhebt und vorwiegend Plateaucharatter hat, streicht in die Provinz Estremadura hinüber, wo er mit der Serra de Cintra und dem Cabo da Roca, der E1. . wi Spitze des Festlandes von Europa, endet. B. wird in südwestl. Richtung vom Mondego und Zezere, in westlicher vom Vouga, in nördlicher vom Coa und andern Zuflüssen des Douro durchschnitten. Von allen diesen ist nur der Mondego für kleine Fahreuge bis Coimbra, im Winter auch weiter hinauf schiffbar. Mit Ausnahme der fruchtbaren und meist stark bevölkerten Thäler dieser Flüsse sowie der Ebenen um Vizeu, Guarda und Castello-Branco ist der Boden der und 2 meist dürr, undmaher selsig, mit Heiden und Triften bedeckt und ber wenig ergiebig. Die Gebirge, mit Ausnahme der Serra de Bussaco sind meist kahl, aber reich an Erzgängen, deren Ausbeute man bisher vernachlässigt hat. Dagegen wird in den ungeheuern Strandsümpfen um Aveiro sowie an der Mündun des Mondego sehr viel Seesalz gewonnen. Auch * es viele Mineralquellen, von denen manche zu dern (Banhos) benutzt werden. Die hauptsächlichsten Produkte des Ackerbaues sind Mais, weniger Weizen und andere Getreidearten, Gemüse und Gartenfrüchte aller Art, Wein, Ol, Obst und Kastanien, im Westen auch Orangen. Nach dem Ackerbau bilden der an der Iube eifrig betriebene Fischfang und die Viehzucht die Haupterwerbsweige der sehr e h verteilten Bevölkerung. ie früher berühmte S iumte ist stark gesunken. Doch züchtet der Ober-B. immer noch die meisten und durch ihre Wolle ausgezeichneten S afe (Beiraschafe) in Portugal. Auch Rinder) Ziegen und Schweine werden stark 90 üchtet, letztere namentlich um Lamego, aus welcher Gegend die kommen. Industrie und Handel sind unbedeutend, da es noch an Verkehrswegen fehlt. Nur ein geringer Teil der Wege kann mit Karren befahren werden, Chausseen gibt es nur eine; seit 1863 wird B. von der Bahn Lissabon-Coimbra-Oporto durchschnitten. Die Hauptstadt und wichtigste Stadt der Lamns ist Coimbra (s. d.). Seit der Zeit Johanns V. ührt der älteste Sohn des Kronprinzen den Titel Prinz von B.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 701Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6