Beize nennt man in der Technologie Lösungen saurer, salziger oder sonst scharfer und ätzender Stoffe, mit denen man gewisse feste Substanzen benetzt oder tränkt, um denselben dadurch gewisse Eigenschaften der Färbung, der Struktur und Oberzierteilen Die wuen ferner des Geschmacks u. s. w. zu erteilen, die ihnen ursprünglich nicht zukommen, oder um sie zu spätern chem. Arbeiten vorzubereiten. B. nennt man z. B. die zum Einpökeln von Fleisch angewendete Lösung von Kochsalz und andern Substanzen; in der Gerberei heißt B. die saure Lohbrühe oder die durch Gärung von Kleie und Wasser entstandene saure Flüssigkeit. B. wird auch die saure Flüssigkeit genannt, mit welcher zu vergoldende, versilbernde oder zu verzierende Objekte aus Messing, Bronze, Eisen u. w. vorher gereinigt werden. Mittels B., meist verdünnte Salpetersäure oder Salzsäure, werden Hochätzungen auf Metall⸗ oder Kalksteinplatten (lithographischer Schiefer) hervorgerufen, indem die hoch zu ätzenden Partien vorher mit einem Firnis bedeckt werden, welcher diese vor dem Angriff der B. schützt. Haare, Horn und ähnliche Körper färbt man durch B., die namentlich aus Lösungen von Metallen (Blei, Silber) bestehen. Holzbeizen nennt man Abkochungen von Farbhölzern Deraas Rotholz, Sandelholz) zum Zweck des oberflächlichen Färbens von Nutzppielt d n der Färberei und dem Kattundruck pielt die B. (gewõ aen Fallen kauft genannt) eine lung Rolle; in vielen Fällen läuft hier ihre Wirng darauf hinaus, daß sie die Farbstoffe aus ihren Lösungen auf die Gespinstfasern niederschlägt, indem ihre Bestandteile unlösliche Verbindungen mit den Farbstoffen eingehen. Die wichtigsten der in der Färberei angewendeten B. sind Alaun, 11 saure Thonerde, 11aleberr Eisenoxyd, Zinn . Tannin, Albumin, Kleber und fettes l. Die B. haben aber nicht nur den Zweck, die Verbindung der Faser mit dem Farbstoff zu bewerkstelligen, sie können auch dazu dienen, auf dem Zeuge an gewissen Stellen die Farbe zu zerstören. In diesem Falle werden die B. als entfärbende Beizen oder Enlevagen bezeichnet.