FeedBäuchfaß zu schichten
Haus & KücheBrockhaus 1882

Bäuchfaß zu schichten, sie darin mit einer schwachen alkalischen Lauge, Lösung von Soda oder Holzasche, welche vorher kochendheiß gemacht ist, I übergießen und wohlbedeckt über Nacht stehen zu lassen, um sie am folgenden Tage durch Waschen vollends zu reinigen. Durch die Einwirkung des Alkali werden fettige und schweißige Materien gelöst, und da diese es sind, welche Staub und Schmutz an den Geweben befestigen, so lassen sich letztere nach der Lösung jener mit Leichtigkeit beseitigen. In der Technik kommt das B. besonders als vorbereitende Operation beim Bleichen der baumwollenen Gewebe, welche entweder als Weißware oder farbig bedruckt in den Handel gebracht werden sollen, in Betracht. ier handelt es sich darum, allen durch die vorergehenden Manipulationen, beim Spinnen und Weben auf die Faser gebrachten Schmutz zu beeitigen, außerdem müssen aber auch noch die der aser im Naturzustande anhaftenden fettigen, harz- und wachsartigen Materien so a chent werden, daß die Faser völlig freigelegt, von jedem Überzuge bereit wird, weil diese Substanzen, wenn sie auf der e verbleiben, den natürlichen Farbstoff so umüllen, daß er in der später folgenden Chlorbleiche nicht zerstört wird, und weil sie andererseits beim Färben und Drucken die Aufnahme der 4—— erschweren oder unmöglich machen. Als Bäu üssigkeit verwendet man Lösungen von Soda, kautischer Soda, Kalkmilch; die beiden erstern liefern im allgemeinen beim B. eine weißere Ware „während die mit Kalkmilch gebäuchten Stoffe meist nach dem B. eine dunklere Farbe haben als vorher; letzterer Umstand kommt jedoch nicht in Betracht, da die Farbe im Chlorkalkbade leicht zerstört wird. Je heißer diese Flüssigkeiten angewendet werden und unter je stärkerm Druck sie auf die Stoffe wirken, um so leichter erfolgt die Lösung jener Körper und mit um so viel weniger Alkali kann man arbeiten. Da aber andererseits der Angriff des Alkali auf die Faser proportional der Konzentration ist, so werden dem entsprechend die Stoffe am meisten geschont, wenn man mit möglichst Grunvese Flüssigkeiten arbeiten kann. Aus diesem Grunde konstruiert man die Bäuchapparate gegenwärtig so, daß man die Stoffe darin einem Druck von mindestens drei Atmosphären aussetzen kann. Außer der Stärke des Apparats ist bei der Anordnung der einzelnen Teile darauf zu halten, daß eine Erneuerung und eine Bewegung der Flüssigkeit darin stattfinden kann, ohne die Stoffe „ 8 zu bewegen, weil, wenn letzteres geschähe, sehr leicht Verknotungen und Verwickelungen eintreten würden, wodurch später die größten Schwierigkeiten entstehen würden. Von den vielen verschiedenen Bäuchapparaten entspricht der Pendleburysche Apparat (s. beistehende Abbildungen, von denen Fig. 1 einen Vertikaldurchschnitt, Fig. 2 die obere Ansicht darstellt) diesen Anforderungen in ganz vorzüglicher Weise. Derselbe besteht aus dem Bäuchcylinder E, don 4,10 m Höhe und 2,40 m Durchmesser bei iner Kapazität von 18 obm oder einem Fafungsraum von 3500 kg Baumwollware, und 1 1dem Laugenwärmer D. Beide sind auf doppelte e'Weise miteinander verbunden, einerseits durch das Rohr de, welches vom Boden des Bäucheylinders abzweigt und oben am Laugenwärmer in dem Zweiweghahn &endet, und andererseits durch das ohr el f, welches vom Boden des Laugenwärmers aus-Kuli und bis an 9332 Hegin do. auf dem Bäuchcylinder reicht. Bei Beginn der Operation füllt man den Bäucheylinder durch die geöffneten Mannlöcher ꝗ g gänzlich mit dem bereits gewaschenen Zeug, ahn nach Verschluß der Mannlöcher den Abflußhahn G und stellt den Zweiweghahn B so, daß er durch den Hahn C mit der Dampfleitung i k kommunigziert. Man läßt so lange Dampf eintreten, bis er unverdichtet aus G ausströmt, um durch dies Ausdämpfen alle Luft aus dem Apparat zu verdrängen und das Zeug anzuwärmen. Gleichzeitig erhitzt man die Bäuchflüssigkeit in dem Laugenwärmer, indem man aus der Dam fleitung a b, bei geeigneter Stellung des Zweiweghahns A, so lange Dampf durch das Rohr g h strömen läßt, bis eine Spannung von drei Atmosphären erreicht ist. Der Hahn A wird dann geichiofen, der Hahn B in solche Stellung gebracht, daß er mit dem Rohr elf kommuniziert, worauf Dampfdruck auf den Spiegel der Flüssigkeit im Laugenwärmer egeben wird, indem man den Hahn E der Dampfleitung öffnet. er in wird die Flüssigkeit aus dem Laugenwärmer in den Bäucheylinder getrieben. Sobald dies geschehen ist, werden die ahn. A und B umgestellt, und zwar so, daß der Hahn A mit der Röhre ed, also mit dem Boden des äuchcylinders, B dagegen mit der Dampfleitung ik verbunden ist wird dann der Dampfhahn C geöffnet, so drückt der Dampf die Flüssigkeit durch das Zeug in den Laugenwärmer Damp wo „ von neuem erwärmt und dann durch Dampfdru wieder in den Cylinder geschafft wird. Dasselbe Spiel wird so oft wieder-Uilt bis die Zeuge genügend gebäucht sind; schließich läßt man die verbrauchte Flussigleit durch 6 ablaufen und den Dampf durch den Hahn m und das Rohr b ½ Vgl. Kerl u. Stohmann [Muspratt], Ency ahez Handbuch der technischen Chemiey (3. Aufl., Bd. 1, Braunschw. 1874, Art. 4Bleichen v).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 565Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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