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NaturlehreBrockhaus 1882

Benuecke (Ernst n5 „verdienstvoller Geolog, eb. 16. März 1838 in Berlin, studierte die geolog. isciplinen auf den Universitäten Halle, Würzburg, Berlin und Heidelberg, arbeitete dann unter Oppels Leitung in den paläontolog. Sammlungen zu München und machte wiederholt geolog. Studien in den Südalpen. B. habilitierte sich 1866 in Heidelberg, wurde daselbst 1869 zum außerordentl. Professor, 1872 zum ordentl. edderg in Straßburg und bald darauf zum Mitglied der Kommission fur die geolog. Untersuchung der Reichslande ernannt. Die meisten Publikationen B.s betreffen die Trias der Südalpen und Süddeutschlands. Außerdem gab er eine geolog. Karte der Gegend von Heidelberg (mit Cohen) und einen Abriß der Geologie von Elsaß-Lothringen » (Straßb. 1878) eraus, und un 1879 Mitredacteur des Neuen ahrbuchs für Mineralogie u. s. w. ». Benecke (Georg Friedr.), namhafter Germanist, Der 10. Juni 1762 zu Mönchsrode im Fürstentum ttingen, wurde in Nördlingen und Augsburg er-Iehan und studierte seit 1780 Deine Wuf Hier ekam er auf Heynes Empfehlung eine Anstellun an der Universitätsbibliothek, wurde 1814 ordentl. ½ der Philosophie, 1820 Hofrat und 1829 Bibliothekar. Er starb 21. Aug. 1844. B.s Studien erstreckten sich hauptsächlich auf die engl. und altdeutsche uusche Ei und Litteratur. Er machte zuerst die altdeutsche Litteratur zum Gegenstande akademischer Vorlesungen und ist als ein feiner und scharf⸗ —. Erklärer mittelhochdeutscher Dichter, besoners in lexikalischer Ruis der ausgezeichnet. Seine „Beiträge zur Kenntnis der altdeutschen Sprache und Litteraturo (2 Bde., Gött. 1810—32) enthalten Ergänzungen zu der Bodmerschen Ausgabe der Minnesänger und im zweiten Bande die Gedichte des Neidhard von Reuenthal und den „Pfaffen Amis » des Strickers. Er besorgte 1816 eine Ausgabe von Boners «Edelstein oder Fabeln» (Berl.), von Rudolfs von Ems „Barlaamo (Königsb. 1818) und von Wirnts von hbaren W „Wigaloisd (Berl. 1819) mit einem brauchbaren Wörterbuche. Dann gab er in Gemeinschaft mit Lachmann Hartmanns von der Aue Iwein » (Berl. 1827; 2. Aufl. 1842) mit erläuternden Anmerkungen und später ein musterhaftes „Wörterbuch» (Gött. 1833; 2. Aufl. 1874) dazu heraus. Ein von ihm entworfenes und begonnenes «Mittelhochdeutsches Wörterbuch v wurde aus seinem Nachlaß herausgegeben und vervollständigt durch W. Müller und Zarncke (3 Bde., Lpz. 1847—66; mit 3 Supplementbänden von Lexer, Lpz. 1870—78). Bened., bei zoolog. Namen Abkürzung für Pierre Joseph van Beneden (s. d.). Benedeien (vom lat. benedicêre), preisen, segnen, selig sprechen. Benedek (Ludw., Ritter von), österr. Feldzeugmeister, geb. 14. Juli 1804 zu Odenburg in Ungarn, erhielt seine Ausbildung in der Militärakademie zu Wiener-Neustadt, aus welcher er 1822 als Fähnrich austrat. Zwei Jahre später wurde er Offizier, 1835 Hauptmann, 1840 Major und 1846 Oberst. Noch in demselben Jahre wurde er durch sein ener-Asche Auftreten gegen die poln. Insurgenten, die er bei Gdow und Wieliczka auseinandersprengte, bekannt. Er kämpfte 1848—49 in Italien, wo er sich in den Gefechten hei Curtatone und Goito so- wie bei Novara und Mortara hervorthat, und als General in Ungarn bei Raab und Szegedin, und wurde wiederholt verwundet. Hierauf kam er als Chef des Generalquartiermeisterstabes zur zweiten Armee an die Seite Radetzkys nach talien, wurde 1853 Feldmarschalllieutenant und erhielt das Kommando des 4. Armeekorps der Observationsarmee, welche während des Krimkriegs in Galizien aufgestellt war. Wumestorp 1859 kam er als Kommandant des 8. Armeekorps nach Italien und zeichnete sich besonders in der Schlacht bei Solferino aus, wo er die Piemontesen bei San-Martino zurückwarf. Am 27. Nov. 1859 zum Dassechweier befördert, wurde er 30. pes⸗ 1860 zum Chef des Generalquartiermeisterstabes, 19. April w1860 zum Civil- und Militärgouverneur von Ungarn ernannt, doch 20. Okt. 1860 als Oberkommandant der österr. Armee in Venetien und den Alpenländern versetzt. Er gehörte seit 18. April 1861 zu den Mitgliedern des Herrenhauses, auf Lebensdauer ernannt, blieb aber dessen Beratungen stets fern. Im Mai 1866 übernahm B. das Oberkommando der gegen Preußen in Böhmen und Mähren aufgestellten Nordarmee, führte jedoch den siebentägigen Krieg so unglücklich, daß nach der Schlacht bei Königgrätz (3. Juli 1866) seine Enthebung vom Kommando notwendig wurde. Der oberste Militärjustizsenat verhängte über ihn die kriegsgerichtliche Untersuchung, die aber auf Befehl des Kaisers (vom 4. Dez. 1866) eingestellt wurde. B. lebte seitdem in größter Zurückgezogenheit in Gratz, wo er 27. April 1881 starb. Er hat weder Memoiren noch sonstige auf seine militärische Vergangenheit bezüg iche Aufzeichnungen hinterlassen. Beneden (Pierre Micde van), belg. Zoolog, eb. 19. Dez. 1809 zu Mecheln, wurde 1831 Konervator am naturwissenschaftlichen Museum zu Löwen, 1835 Professor an der Universität zu Gent, 1836 an der kath. Universität zu Löwen. Seit 1842 Mitglied der belg. Akademie der Wissenschaften, wurde er 1860 zum Direktor der Classe des sciences und 1881 zum Präsidenten der Akademie gewählt. Außer zahlreichen Abhandlungen in den Veröffentlichungen der Akademie schrieb B. namentlich: „Zoologie médicales (in Gemeinschaft mit Gervais; 2 Bde., Par. 1859), Iconographie des helminthes ou des vers parasites de Phomme, vers cestoidesv (Löw. 1860), &Ostéographie des cétacés virants et fossileso (in Gemeinschaft mit Gervais; Par. 1868 fg.), La vie animale et ses mystèreso (Brüss. 1863), 4Les fouilles au trou des Nutons de Furfooz o (Brüss. 1865), « Les Chauves-Souris de Péepoque du mammouth et de Pépoque actuellen (Lond. 1871), „(Die Schmarotzer des Tierreichso (Bd. 18 der „Internat. Wissenschaftlichen Bibliotheko, Lpz. 1876). Vgl. „Manifestation en I'honneur de M. le professeur van B.o (Gent 1877½). Benedetti (Vincent, Graf von), franz. Diplomat, geb. 29. April 1817 zu Bastia auf Corsica, widmete sich der dipf/omat. Laufbahn und war unter Ludwi Phlipps Regierung einige Zeit franz. Konsul in Agypten. Im Mai 1848 wurde B. zum franz. Konsul in Konantimopel, 1 1851 zum Legationssekretär in Konstantinopel, 1855 zum Direktor der polit. Angelegenheiten im Ministerium des Auswärtigen und war 1856 als solcher Sekretär auf dem Pariser Friedenskongreß. Anfang 1860 schickte — poleon in besonderer Mission an den turiner of, wo er den Vertrag bezüglich der Abtretung von Savoyen und Nizza zu Stande brachte. Darauf wurde B. 1861 zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Turin ernannt, gab aber 1862 seinen Posten auf und umde P. a Privatleben zurück. Doch schon 1864 wur B. an die Stelle des Barons von Talleyrand-Perigord als Botschafter nach Berlin gesandt. Nach dem Ausbruche des Kriegs zwischen Preußen und Ssterreich erhielt B. den Auftrag, in Nikolsburg in franz nteresse zu wirken und in Berlin Rheinbayern un U. Plite nebst Mainz für Frankreich zu verlanen. Weitere Verhandlungen wegen Belgiens und Luxemburgs hatte er 1867 zu vermitteln, ohne bei Bismarck je irgendetwas ausrichten zu können. Als Anfang Juli 1870 Prinz Leopold von Ho enzollern für den span. Thron kandidierte, stellte B. 4. Juli im Auswärtigen Amte in Berlin eine Interpellation und hatte 9., 11. und 13. Juli Unterredungen mit König Wilhelm zu Ems, welche wegen des undiplomatischen Auftretens B.s und wegen der unannehmbaren alangt basen Frankreichs eine histor. Berühmtheit aeg en. (S. Deutsch-Französischer Krieg.) Am 14. Juli reiste B. von Ems nach Paris zurück. Um das Intriguenspiel, welches schon seit Jahren in Paris und durch B. zu Berlin aufgeführt worden war, vor der Welt blo undlen⸗ teilte Bismarck 24. Juli dem engl. Geandten, Lord Loftus, Dokumente mit, durch welche konstatiert wurde, * schon seit Jahren Frankreich die Erwerbung von Belgien und Luxemburg beabsichtigt und dazu die Mitwirkung Preußens verlangt hatte. B. suchte dieses in seiner Schrift «Ma mis-Sion en Prusses (Par. 1871) zu widerlegen. Nach dem Sturze der kaiserl. Regierung in Paris infolge der Proklamier der Republik wandte sich B., der von Napoleon III. 1869 in den Grafenstand erhoben worden war, nach Italien, wo er seitdem als Privatmann lebt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 757Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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