Benuin war er der Name für den ganzen östl. Teil von Oberguinea, von der Mündung des olta (an der jetzigen Grenze der Reiche Dahomeh und Aschanti) ostwärts über das Delta des 2036. binaus bis an den Riumbi oder Rio del Rey Gönigsfluß) im innersten Hintergrund des Meerbusens Conversations-Lexikon. 13. Aufl. II. von Guinea. Dies ausgedehnte Küstengebiet, in wel-Rap das vielarmige Nigerdelta seewärts mit dem ap Formosa bis 4· 19, nördl. Br. vorspringt und den Golf von Benin im W. von dem Golf von Biafra im O. ½ war früher der Hauptsitz des Sklavenhandels. Es wurde deshalb auch die Sklavenküste genannt, welchen Namen man später auf den westlichsten Teil beschränkte. d die Bemühungen der Engländer, welche die Küsten bewachen, den Niger durch Dampfer befahren und beherrschen, ist an die Stelle des Menschenhandels allmählich ber Handel mit Palmöl in großem Maßstabe getreten. Im depotisches verstand man sch vo unter B. ein despotisches Negerreich, das ich vom Ostende der Lagune Kradu, an deren Westeingange Lagos (s. d.) liegt, über das Nigerdelta hinaus bis zur Mündung des Alt-Calabar erstreckte und das machtigste dieser Küste war. Ein Reich Benin oder der Beni-Neger besteht noch jetzt, aber das Nigerdelta gehört nur noch in seinem westlichsten Teile dazu. Mu en übrigen Teilen des Deltas haben sich eine Menge unabhängiger Reiche gebildet. Der Niger selbst bildet jetzt nur auf eine Strecke von 185 Em die Ostgrenze von B., die erst 185 km oberhalb der in der Spitze des Deltas elegenen Stadt Ibo beginnt und bis gegenüber ee inaufreicht, zu beiden Seiten des rechten eben 0 2 Edu oder Ado, nach welchem oft 2* as Reich B. benannt wirb. Von dort zieht si dasselbe gegen SW. zum Meere, grenzt im N. an die Reiche Gwandu und Voruba, im W. an Dahomeh, im SO. an verschiedene Deltareiche. Die Küste von B. ist vielfach —— durch eine Menge verumpfender Flußarme, flach, und nur im Derern teigt das Land allmählich auf. Der Boden ist ruchtbar und erzeugt in üppiger Fülle Rrodult eis, Vams, Zucker und überhaupt alle Produkte Guineas, wie es denn auch dieselbe Fauna hat. Das Meer und dicht. . sind fischreich. Die Bevölkerung ist sehr dicht. Die Sprache von B. gehört u der vielgliederigen Sprachfamilie der Beninölker oder der 2 5 tämme des Nigerdeltas, westwärts bis zu den Dahomehern, nordwärts bis oruba einschließlich, ostwärts bis zum Bonny. Die Hauptstadt Benin liegt am westlichsten Mündungsarme des Niger, dem an seiner Mündung 3 Em breiten Beninstrom oder Formosa, der, früher als ein selbständiger Strom geltend, dem ganzen Lande den Namen gegeben hat. Die Stadt erstreckt sich an dem rechten Ufer des erst 60 km weiter abwärts schiffbaren Stroms in großer Ausdehnung, zählt 15 000 C. und hat lebhaften Verkehr, obwohl derselbe, seit Aufhebung des Sklavenhandels, von Bonny, am östlichsten Arme des Deltas, überflügelt worden ist. In der Nähe der Stadt liegt die Residenz des Königs. Die nächste bedeutende Stadt ist Wari oder Warreh, 185 Km der Haup an dem Nigerarm Wari oder Forcados, er Hauptort eines, wie es scheint, vom König von B. abhängigen Negerstaats. Europ. Niederlas⸗ — en gibt es an der Küste von B. jetzt nicht. 99 der Hafenort Gatto (Agatton), 75 Kkm unteralb B. am Formosa gelegen, soll volkreicher als selbst sein. B. wurde 1484 von dem Portugiesen Diego Cam, den der Nürnberger Martin Behaim begleitete, entdeckt und 1486 von Alfonso de Aveiro besucht: 1786 gründeten die Franzosen an der Mündung des Flusses Niederlassungen, die 1792 von den Engländern zerstört wurden.