Bambara, ein Negerkönigreich im innern Afrika, zu beiden Seiten des Dscholiba (obern Niger), von Bamaku abwärts bis Silla; es erstreckt sich von 10 bis 15 nördl. Br. und nimmt ein Areal von ungefähr 55000 alcm ein. Nur in seinem westl. Teile erheben sich niedrige Granitgebirge, welche Forts 7½ der Quellengebirge des Dscholiba und seiner Zuflüsse sind; im übrigen ist das Land eben, wenig bewaldet, besonders im Süden von vielen Teilun durchzogen und sehr fruchtbar, obwohl zum eil auch sumpfig. Große Strecken werden zur Regenzeit vom Dscholiba überschwemmt. Der ziemlich ein halbes Jahr, von Juni bis November, anhaltende befruchtende Regen mildert die Hitze bedeutend. Ohne viele Mühe werden Getreide, Reis, Mais, Yamswurzel u. s. w., bisweilen in doppelter Ernte gewonnen. Von Mineralien finden sich unter andern Eisen und Gold. Die Bewohner ge-Leege dem Mandingostamme an, sind ein äußerst riegerisches Volk und standen bis 1861, wo sich der durch seine Kämpfe mit den Franzosen am Senegal bekannte El-Hadj Omar des Landes bemächtigte, unter eigenen Königen, die in Segu, einer 30000 E. zählenden Stadt am Tscholiba, residierten. Segu und andere Orte treiben bedeutenden Handel mit Getreide, Baumwollstoffen, Gold und Salz, welches letztere aus der Sahara dahin gebracht wird. Besonders bemerkenswert ist der Handel mit gewebten Baumwollzeugen, welche in ausgezeichneter Güte von den Frauen des Landes gefertigt werden und wegen hein schönen blauen Hastiglen (der äuunt ist hier heimisch) und Dauerhaftigkeit beannt sind. Alle Gerätschaften, Leder, Schmucksachen und Waffen, mit Ausnahme der Schießwaffen, doch aber das Pulver werden im Lande selbst hergestellt. Polygamie ist allgemein, der Ehebruch wird aber hart bestraft. Todesstrafe ist nichts Seltenes. In neuester Zeit hat sich der Islam hier sehr verbreitet, doch gibt es auch noch viele Fetischanbeter. Die Zahl der Bewohner schätzt man auf 2 Mill. Vgl. Vignon, Le royaume de Ségou et les Bambaraso in «Nouv. Annales des voyageso (Nov. 1857); Steinthal, Die Mande-Negerspracheno (Berl. 1867); F. Müller, „Grundriß der Sprachwissenschaft (Bd. 1, 2. Abteil., Wien 1877).