Berberize oder Sauerdorn Gerberis L.) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Berberideen. Alle Arten derselben sind Sträucher mit gelben Blüten, welche einen ½ sechsblätterigen Kelch, eine sechsblätterige Blumenkrone und sechs Staubgefäße besitzen, die den Blumenblättern entgegengesetzt sind und deren Filamente, wenn sie am Grunde berührt werden, einen bedeutenden Grad von Reizbarkeit 811 indem sie sich dann schnell nach dem Stempel hinbiegen und dadurch Ausstreuen des Pollens bewirken. Eine Eigentümlichkeit dieser Gattung, wie überhaupt der Berberideen, ist auch der Umstand, daß die Staubbeutel mit zwei großen Klappen aufspringen, welche sich Tranhen: die Die Blüten stehen in hängenden Trauben; die Frucht ist eine längliche, zwei⸗ bis achtsamige, saftige Beere. Die meist büschelförmig gestellten Blätter sind Won ganz, gewimpert-gezähnt oder ganzrandig. Von den etwa 50 bekannten Arten, welche über die gemäßigte, subtropische und tropische Zone beider Hemisphären verstreut sind, ist die bekannteste die in ganz Europa und im westl. Asien einheimische und bei uns oft in Zäunen und Anlagen angepflanzte gemeine B. oder der gemeine Sauerdorn (B. vulgaris L.), die sich durch vielblütige hängende Trauben, kurzgestielte, verkehrt eirunde, wimperig-gesägte Blätter und dreiteilige Dornen auszeichnet. Ihre ovallänglichen, bei der Reife lebhaft roten Beeren, welche unter dem Namen Berberizenbeeren bekannt sind, besitzen einen sehr sauern Geschmack, da sie viel freie Apfelsäure enthalten; doch wird auch eine Spielart mit ganz süßen Beeren und eine mit kernlosen Beeren kultiviert. Aus den sauern Beeren wird besonders in . h Apfelsäure gewonnen. Auch bereitet man aus ihnen einen wohlschmeckenden Sirup, desgleichen Gelee, Marmelade und Eis (Berberizeneis). Den Berberizensaft verwendet man zur Bereitung der Berberizenküchel, roter, halbrunder Zuckerscheibchen von angenehm sauerm, kuhlendem Beschmack. Die gelbe Wurzel, vorzüglich der Bast derselben, wie auch der des Stammes und der Aste, dient zum Färben. Zu gleichem Zwecke werden einige in Südamerika und auf den Südseeinseln einheimische Arten verwendet. Der gelbe Farbstoff ist das Berberin (s. d.). Über den auf der Unterseite der Blätter häufig vorkommenden gelben Schmarotzerpilz (Aecidinm Berberidis), welcher mit dem sog. «Rosto des Getreides in genetischem Zusammenhang steht, s. Rost.