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GeschichteBrockhaus 1882

Bernauer (2 Locht war nach der Sage die 7*ä„ und tugendhafte Tochter des Baders Kaspar B. zu Augsburg. Herzog Albrecht, einziger Sohn des regierenden Herzogs Ernst von Bayern-Munchen, sah die Jungfrau zuerst bei Gelegenheit der ihm zu Ehren von den Adelsgeschlechtern * Augsburg geebenen Turnierfeierlichkeiten un entbrannte in heftiger Liebe zu ihr. Er vermählte sich heimlich mit ihr und führte sie auf sein Schloß Vohburg. Herzog Ernst kam erst hinter das Geheimnis, als Albrecht sich dem Plan des Vaters, ihn mit Anna, erzog Erichs von Braunschweig Tochter, zu vereiraten, beharrlich widersetzte. Infolge dessen bechloß Herzog Ernst, gewaltthätig einzugreifen. Zunächst ordnete er an, daß seinem Sohne bei einem at ichen Speerbrechen zu Regensburg Kals einem, er wider Turnierordnung mit einer Jungfran in Unzucht leben, die Schranken verschlossen wurden. Albrecht ½ vergebens, Agnes sei seine Gemahlin, und ließ sie als Herzogin von Bayern öffentlich ehren, gab ihr zablreiche Dienerschaft 6500 einer Fürstin und die Burg Straubing zum ohnsitz. Sie, voll schwermütiger Ahnung, fistete hier im Kreuzgang bei den Karmelitern Betgewölbe und Grabstätte. Solange Albrechts Bleme Herzog Wilhelm, am Leben war, wurde gegen Agnes nichts weiter unternommen. Aber nach dessen Tode ließ erzog Ernst in Albrechts Abwesenheit Agnes veraften und 1 ihre schleunige Verurteilung. er Zauberei beschuldigt, mit der sie es Herzog Albrecht angethan, wurde sie 12. Okt. 1435 gebunden von Henkersknechten zur Donaubrücke geschleppt und vor allem Volke in den Strom geworfen. Die Fluten trugen sie schwimmend wieder ans Ufer. a eilte einer der Henker hin, erfaßte mit langer Stange ihr Haar und drückte sie damit unter die Wellen nieder, sodaß sie ertrank. Ergrimmt über diese Unthat, griff Albrecht zu den Waffen gegen seinen Vater und verwüstete, mit den Feinden desselben verbündet, weithin das Land. Den Mahnungen des Kaisers Sigismund und den Bitten der seines V gelang es spät erst, Albrecht an den Hof eines Vaters zurückzuführen, wo er denn endlich auch mit Anna von Braunschweig sich vermählen zugewinnen, befa rzog elbst, über un recht stiftete ihr n tägli en bei Karmelitern zu Straubing und ließ 1447 die Gebeine der Kehrsamen Frau » in die von ihr ausersehene Ruhestätte tragen und mit marmornem Grabstein decken. Neuere histor.⸗kritische Forschun-Ba haben indes ergeben, daß Agnes weder eines ders Tochter, noch eine Augsburgerin war und zu Bihenn B. hieß, sondern daß sie wahrscheinlich — iberach kin Württemberg) geboren war und als Magd bei einem Bader in Augsburg diente und daß der Herzog sie nicht bei einem Turnier, sondern in der Badeanstalt ihres Dienstherrn kennen lernte. Auch hat eine Trauung wahrscheinlich erst stattge-Jul. Körner (Lpz. 1821), A. Böttger (Lpz. 1846; 3. Aufl. 1850), Hebbel (1855) und Melchter Meyr aumwollspinnereien, Garnbleichen, Gerbereien, Papierfabriken, antt Gemeide Glasfabrikation, so- wie auch Handel mit Getreide, Vieh, Leder, Wolle, Leinen, Bändern, Garn und andern Manufakten. Der Pferdemarkt oder die sog. Foire fleurie zieht oft an 40000 Menschen herbei. Außer dieser ist noch eine zweite, die Leinwandsmesse, von großer Wichtigkeit. Bemerkenswert sind die Kirchen Ste.⸗ Croix und Notre-Dame de la Couture, beide aus dem 15. Jahrh. B. war früher der Hauptort der Landschaft Ouche; 1000 gründete hier ith, die Gemahlin Herzog Richards II. von der Normandie, eine Benediktinerabtei, und im 12. Jahrh. wurde der Ort befestigt. B. ward 1418 von den Engländern und 1563 von Coligny erstürmt und nebst der Abtei verbrannt. Auch 1589, nach Besiegung der Bauern durch den Herzog von Montpensier, N9 die völlige Zerstörung der Stadt und der Festung. Erst 1628 wurde die Abtei wiedererbaut. Ihre Räume dienen jetzt als Sitz der Arrondissements- und Ortsbehörden. Die erhaltene Abteikirche, ein interessanter Bau im roman. Stil des 11. Jahrh., wird zur Getreide⸗ und Leinwandhalle benutzt. Aus dem Mittelalter besitzt die Stadt noch eine berühmte

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 858Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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