FeedAlbrecht II.
GeschichteBrockhaus 1882

Albrecht II., Herzog von Ssterreich, ein Sohn König Albrechts I., geb. 1298, war minderjährig, als sein Vater 1308 ermordet ward. Er führte seit 1330 die Regierung über die habsburg. Länder mit seinem Bruder Otto gemeinschaftlich, bis dieser 1339 starb. Gift, welches man ihm beigebracht, og ihm im 32. —7 eine Lähmung zu, die ihn jedoch nicht abhielt, persönlich am sog. Kärntnischen Erbfolgekriege gegen Johann von Böhmen teilzunehmen; er ließ sich bald in einer Sänfte tragen, bald auf seinem Pferd befestigen. Unglücklich war der von ihm unternommene sog. Rapperswyler Krieg gegen Zürich und die schweizer Eidgenossen, denen Zürich und die habsburg. Lande Zug und Glarus sich anschlossen; doch wurde im Frieden mit Zürich 23. Juli 1355 die Unterthänigkeit der Lande ug und Glarus dem Herzoge bestätigt. Außerordentlich angesehen und weithin gefeiert war A. wegen seiner unermüdlichen Thätigkeit, seiner kluzen und maßhaltenden Politik, seiner weisen Sparfamteit. In seinen Landen hielt er die gesetzliche Ordnung kraftvoll aufrecht und ebenso den üÜbermut des Adels in Schranken. Häufig wirkte er mit Erfolg als Vermittler, namentlich zwischen den beiderseits verschwägerten Wittelsbachern und Luremburgern, und schon früh nannte man ihn nicht brecht VII. (Erzherzog von Osterreich) nur aden Lahmeno, sondern auch eden Weiseno. A. hatte aus der Ehe mit Johanna, der Erbtochter des Grafen Ulrich von Pfirt, vier Söhne: Rudolf, Friedrich, Albrecht und Leopold; als er 20. Juli 1358 starb, folgte ihm Rudolf IV. als Regent und Vormund seiner unmündigen Brüder, welche nach dem Hausgesetze A.s ihre Länder gemeinschaftlich besitzen sollten. Vgl. Kurz, „Hsterreich unter Herzog A. dem Lahmenv (Linz 1819).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 344Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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