Albrecht 1V., der Weise, Herzog von Bayern,‚ aus der Linie München-Straubing, geb. 15. Dez. 1447, war der dritte Sohn Herzog Albrechts III., des Frommen, und dessen Gemahlin Anna von Braunschweig und kam nach dem Tode des Vaters 1460 unter die Vormundschaft seiner beiden ältern Brüder, Johann III. und Sigismund, welche gemeinschaftlich die Regierung übernahmen. NE5 ohann 1463 ur vollihrt starb, wurde A. von den andständen für volljährig erklärt und 1465 zum Mitregenten Sigismunds eingesetzt; aber schon 1467 überließ ihm dieser, mit geringem Vorbehalt, die Regierung allein. Das Streben der beiden jüngern Brüder Christoph und Wolfgang nach Mitregentschaft wußte A. zu vereiteln. Christoph starb 1493, und indem A. mit dem schwächern Wolfgang ein Abkommen traf, sah er sich fortan im ungestörten Besitz der Alleinherrschaft. Die Erwerbung der Reichsherrschaft Abensberg (durch Kauf 1485) und der Anfall von Bayern-Landshut (nach dem Tode des söhnelosen Herzogs Georg,‚, 1503) gaben ihm einen bedeutenden Machtzuwachs. Doch mußte er das landshutische Erbe in blutiger Fehde dem in Georgs ungültigem Testament eingesetzten Erben Aliber M Ruprecht und dessen Kindern abtrotzen; aiser Maximilian J., der ihm zur Seite stand, gewährte die Hilfe, doch nur gegen reiche Entschädigung, und auch an das pfälz. Haus mußten bedeutende Striche des ererbten Landes abgetreten werden. Der Versuch endlich, Regensburg zur I Landstadt zu machen, rief den eigenen Adel und die angrenzenden Stände, die sich zum Schwäbischen Bunde vereinigten, gegen A. in die Waffen (1488—-92), zog die Reichsacht über ihn herbei (1492) und endigte mit einem für ihn nachteiligen Vergleich durch den Kaiser. A.s Hauptwerk war das Hausgesetz über die Einheit und Unteilbarkeit des bayr. Herzogtums und die Regierungsnachfolge des Erstaeborenen im Fürstenstamme (8. Juli 1506). Zwei Jahre darauf starb er, 10. März 1508. Von seiner Gemahlin Kunigunde, einer Schwester Kaiser Maximilians I., hatte er drei Söhne und fünf Töchter, darunter Sabine, die durch ihre Verbindung mit Hutten und ihre folgen-Wuntte Flucht bekannte Gemahlin Ulrichs von ürttemberg. Von den Söhnen folgten Wilhelm und Ludwig in der Regierung, Ernst ward Erzbischof von Salzburg.