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MusikBrockhaus 1882

Bernhardt (Rosine Bernard, genannt Sarah), hervorragende franz. Schauspielerin, wurde zu Paris 22. Okt. 1844 geboren. Ihre Mutter war eine olländ. Züdin, ihr Vater aber ließ sie taufen und in einem Kloster erziehen. Sie trat 1858 ins pariser Konservatorium, wo sie mehrere Preise erhielt, und wurde, nachdem sie im Gymnase, dann in der Porte-Saint-Martin und im Odeon gewirkt hatte, Mitlied der Comedie frangaise, wo sie sich durch ein zur öchsten Vollkommenheit entwickeltes Darstellungstalent die Gunst des Publikums in reichstem Maße erwarb. Ihre Rollen (Phedre, Andromaque, Zaire, Chérubin in Le Mariage de Figarop, Doña Sol in Hernaniv u. s. w.) gehören zu den rührendsten und ergreifendsten, die je auf dem Theätre frangais gesehen worden sind. 0 April 1880 gab sie ganz unerwartet ihre Dimission und verließ Paris; sie ging zunächst nach Amerika, wo sie viel Beifall erntete, und unternahm dann Gastreisen durch ganz Europa. Im April 1882 verheiratete sie sich mit dem S arar Daria (ursprünglich Jacques d.Amala). Sarah B. hat ihr Talent auch als Nagenleit m und Bildhauerin bewährt. Ihre Magerkeit ist sprichwörtlich geworden; ihrem Deutschenhaß hat sie bei verschiedenen Gelegenheiten in schroffster Weise Ausdruck gegeben. log, geb. 20. März 1800 zu Landsberg in der Neumark, besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium zu Berlin und bezog im 17. Jahre die dortige Universität, wo er sich vorzugsweise philos. und philol. Studien, Scr besonders unter Wolf und Böck widmete. Schon nach wenigen Jahren machte si B. durch eine gediegene rtenih die Eratosthenica erert 1822), auf das vorteilhafteste bekannt, habiitierte sich 1823 bei der Universität und wurde H17 Jahre später zum außerord. sesor zu an derselben ernannt. Seit 1829 ord. Professor zu Halle, erhielt er daselbst 1844 auch die Stelle eines Oberbibliothekars der Universität und 1862 das Prädikat eines Geh. Regierungsrats. B. starb 14. Mai 1875 u Halle. Während seines Wirkens in Berlin be-Poahin ihn namentlich zwei größere Arbeiten, ie Ausgabe der 4&Geographi Graeci minoresv, wovon jedach nur der erste Band (pz. 1828), Dionysius Periegetes enthaltend, erschienen ist, und die Wissenschaftliche Syntax der griech. Spracher (Berl. 1829; dazu Paralipomeénav, Halle 1862). In letzterm Werke versuchte er, die Gliederung der griech. Syntax als eines organischen Ganzen auf Histor. Wege sic Gattungen und Zeiträumen noch über die klassische Periode hinaus zu entwickeln. Dieselbe Richtung auf die tie ere Erkenntnis des innern Zusammenhangs der histor. Erscheinungen bekunden von seinen spätern Arbeiten vor allem der Grundriß der röm. Litteraturo (Halle 1830; 5. umgearbeitete Aufl., Braunschw. 1869) und der Grundriß der griech. Litteraturv (Bd. 1, Halle 1836; Bd. 2, 1845; 3. umgearbeitete Aufl. 1861—72), zwei treffliche Werke, welche die allgemeinste Anerkennung gefunden 50 on seinen übrigen gelehrten Arbeiten sind, außer zahlreichen Beiträgen 5 Zeitschriften und zu Ersch und Grubers Encyklopädier 6. B. über Epicharmos, Euripides, Cratosthenes), noch die Ausgabe des Suidas (4 Bde., Halle 1834 Ee53) und die «Grundlinien zur Encyklopädie der Philologieꝝ (Halle 1832) hervorzuheben. Bernui (Francesco), ital. Dichter, geb. zu Lamporecchio in Toscana um 1496, lebte bis zu seinem 19. Jahre in Winnt Wisbi kam hierauf zu Leos X. Günstling, Kardinal Bibbiena, nach Rom, dann als Sekretär zu Giberti, Bischof von Verona, verließ jedoch diese Stelle und wurde Mitglied der Gesellchaft der Vignajuoli, d. h. Winzer, deren Ziel die Pflege des heitern Lebensgenusses war. Um 1533 kehrte er nach Florenz zurück, wo er ein Kanonikat eralten hatte, lebte dort in der .— Umgebung des erzogs Alexander Medici und starb 26. Juli 1536. Er schrieb: „Catrina, Alto scenico rusticale (Flor. 3 Bde., Lond. 1723 fg.), Orlando innamorato (Vened. 1541, seither seht oft gedruckt; beste ahnle in 2 Bdn., Flor. 1827—28), lat. Gedichte in Catulls Stil u. s. w. Der «Orlando innamorato v, B.s Hauptwerk, eine Umdichtung des gleichnamigen Epos Bojardos ins Burleske, zeichnet rsa Eleganz der Sprache und Leichtigkeit des Versbaues aus und hat den „Orlando innamorato Bojardos fast vollständig verdrängt. Durch diese Umdichtung wurde B. der Vater der nach ihm benannten Poesia Bernescav. Die Episode, in welcher B. sich selbst Val. Vir ist Ubersetzt von Regis in dessen „Bojardov. I. Virgili, Francesco B. (Flor. 1881).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 866Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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