Bernini (Giovanni Lorenzo), berühmter ital. Bildhauer, Architekt und Maler, geb. 7. Dez. 1598 zu Neapel, Iöfi bereits im Alter von 10 Jahren einen Kinderkopf in Marmor aus. B. bildete sich in Rom aus und arbeitete, noch nicht 18 J. alt, Apollo und Daphne in Marmor, die durch die große Zartheit der Ausführung sich auszeichnen. Den Gipfel seines Ansehens erreichte er unter Papst Urban VIII., unter dem er zur Ausstattung der Peterskirche das lolossale Tabernakel über dem Grabe des Petrus fertigte, zu dessen Ausführung die Bronzen von der Eindeckung der Vorhalle des Pantheon entnommen wurden, sodann den Baldachin mit dem Stuhle des heil. Petrus. Außer Urban VIII. wurde B.besonders durch Innocenz X. begünstigt; unter beiden beherrschte er das röm. Kunstleben. Zu seinen berühmtesten Arbeiten gehören die Grabmäler Urbans VIII., Alexanders VII. und der Gräfin Mathilde. Im Fache der ter hemöcd ist der kolossale Säulengang vor St. Peter sein bedeutendstes Werk. Auf Einladung Ludwigs XIV. ging B. 1665 nach Paris, wo er sich vornehmlich mit Entwürfen zum Ausbau des Louvre beschäftigte; doch kam nachmals ein Entwurf des Franzosen Claude Perrault ur Ausführung. Nach Rom zurückgekehrt, starb er ier 28. Nov. 1680 und ward in der Kirche Sta.⸗ Maria-Maggiore beerdigt. B., der geistvolle Beründer des Weltstils, welcher als Barocke in den olgenden murlchen Mue ein Hauptfaktor des modernen kulturli Umschwungs wurde, ist erst in neuerer Zeit, nachdem eine akademisch-befangene Theorie ihn lange als ästhetischen Übelthäter verunglimpft +1. wieder nach Verdienst als einer der größten ien der Kunst gewürdigt worden.