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ReligionBrockhaus 1882

Berthold, Bischof von Chiemsee, hieß mit seinem Familiennamen Pirstinger, wurde 1465 zu Salzburg geboren, ward 1508 Bischof von Chiemsee und war als solcher eifrig bemüht, der immer mehr zunehmenden Sittenverderbnis, besonders des Klerus, entgegenzuarbeiten. Auch schrieb er ein anonymes Buch: Onus ecclesiae (Landsh. 1524), welches das Verderben der Kirche an Haupt und Gliedern heftig tadelt und eine durchgreifende Reformation fordert, jedoch mit Beibehaltung der Hierarchie. J. 1525 legte B. sein Bistum nieder und schrieb in der Zurückgezogenheit außer einigen Schriften zur Messe die Tewtsche Theologeys (Münch. 1528; in lat. Rungen, ä Augsb. 1531; neu herausg. mit Anmerkungen, Wörterbuch und Biographie von W. Reithmeier, Münch. 1852), eine Verteidigung der röm.⸗kath. Lehre vom Standpunkte der spekulativen Mystik aus. B. starb 19. Juli 1543 zu Saalfelden im Pinzgau.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 877Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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