Bertin, zwei Brüder, vorzüglich bekannt als Stifter und Eigentümer des Journal des Débatsv. Der jüngere, Louis Frangois B. de Vaux, geb. 1771 zu Paris, B. le Superbe genannt, betrieb eine Zeit lang ein Bankiergeschäft, unterstützte aber zugleich seinen Bruder bei Deraus abe der Zeitung, und erhielt unter der Julimonarchie, wie alle Mikglieder seiner Familie, eine polit. Rolle, indem er zum Gesandten in Haag und nach seiner Rückkehr 1832 zum Pair ernannt wurde. Er starb 23. April 1842. — Sein älterer Bruder, der ebenfalls Louis Frangois hieß, geb. zu Paris 14. Dez. 1766, führte zum terschrede den Namen B. ainé. Ursprünglich für den geistlichen Stand bestimmt, wählte er infolge der Revolution die Journalistenlaufbahn und erwarb 1800, gemeinschaftlich mit seinem Bruder, von dem Drucker Baudouin das Eigentum des seit 1789 bestehenden Journal des Débats et des Décretso, das fortan unter seiner Leitung als Journal des Débatso herauskam. Es war eins der wenigen Blätter, die nach dem 18. Brumaire am Leben blieben. Die royalistische Tendenz, die es durchschimmern ließ, erregte jedoch das Mißfallen der Raifer önen und als der Erste Konsul sich zum kibene önen ließ, mußte das Journal, um fortbestehen zu können, sich zum Journal de l mpires umtaufen und zum Echo des R. iellen Moniteur⸗ Riatng Im J. 1814 ließ B. den ersten Titel des Blattes wieder aufleben und schrieb für die royalistische Sache, wofür ihm während der Hundert Tage sein Blatt weggenommen und an einen willfährigern Journalisten verschenkt wurde. Unter der Restauration hatten die verschiedenen Staatsverwaltungen an den Débats) eine Stütze, bis Chateaubriands Übertritt zur Op-Nauhber und sein Blatt in dieselbe hineinzog. achher wirkte er zu Gunsten der maßvollen Verwaltung Martignacs, schloß sich aber, als dieser zurücktrat, von neuem der Opposition an und polemisierte gegen das letzte Ministerium der alten Monarchie. Als die Revolution gesiegt hatte, Sane er sich mit der Macht seines Auete die auf die Seite der neuen Dynastie und leistete dieser anhaltend treuen Beistand, obwohl er immer eine gewisse Unabhängigkeit 2 Oohn/ Er starb 13. Sept. 1841.— Sein jüngster Sohn, Louis Marie Armand B., geb. 22. Aug. 1801 zu Paris, übernahm nach dem Tode seines Vaters die Leitung des Journals. Ein geistreicher und feingebildeter Mann, wußte er in die Redaction des Blattes jene Einheit zu bringen, die wesentlich zum Erfolge der Débats beigetragen hat. Er I 12. — 1854. — Edouard Frangois B., geb. zu Paris 1797, der weite Sohn des dältern B.v, übernahm nach dem ode seines Bruders Armand B. die Leitung des „Journal des Débatso, welche er mit sicherm Blick und chafts Geschicklichkeit führte. Ursprünglich Landschaftsmaler in akademischer Manier, hatte er in einer langen Reihe den A ren Italien, Sicilien, Griechenland, Kleinasien, Agypten bereist und von da eine außerordentliche Menge Studien mitgebracht. Seine Zeichnungen, besonders die mit Reißkohle, sind durchweg gut „seine Gemälde daegen verfehlt. Er starb zu Paris 13. Sept. 1871.— ie Schwester der beiden Brüder, Mademoiselle Louise Angélique B., geb. 15. Jan. 1805 in Les Roches bei Bievre widmete sich anfangs der Malerei, nachher der Musik und lieferte 1827 dem Theater Feydeau die kleine komische Oper Le loupgarou˖, die mit Beifall aufgenommen wurde. Eine zweite Oper, «Faustoy (1831), war nicht ohne Originalität. Ihr späteres Werk, Esmeralda, wozu ihr Freund Victor Hugo das Libretto gedichtet, fand 1836 in der französischen Großen Oper eine kühle Aufnahme. Sie gab 1842, unter dem Titel Les Glaneso, einen Band Gedichte heraus, der von der Französischen Akademie gekrönt wurde. Sie starb zu Paris 26. April 1877.