Berryer (Pierre Antoine), berühmter franz. Advokat und legitimistischer Politiker, geb. 4. Jan. 1790 zu Paris und im Kollegium der Oratorianer von Juilly erzogen, war für den er Rats Beruf bestimmt, wandte sich aber später der tswissenschaft zu. Anfangs Parteigänger Napoleons I. sein er später zu den Bourbonen über, ohne jedo einen freisinnigen Ansichten zu entsagen. Er war seit 1814 als Sachwalter thätig und hatte bereits einen glänzenden — als solcher erlangt, als er 1829 vom Depart. Oberloire zum Abgeordneten in die Deputiertenkammer gewählt wurde, wo er sich als hervorragender Vertreter seiner Partei erwies. Nach der Julirevolution von 1830 leistete er der neuen 248 und Verfassung den Eidschwur, bebun 256 as Julikönigtum aber aufs schärfste mit den Waffen des Liberalismus, denen es selbst sein Dasein verdankte. In dieser Stellung konnte B. 17 Jahre lang seine parlamentarische Geltung behaupten und dabei das Banner seiner legitimistischen Meinung aufrecht halten. Er übernahm wiederholt die Verteidigung namhafter Koryphäen der republikanischen Partei, ja nach dem Boulogner Vorfall (1840) selbst die Verteidigung des Prinzen Ludwig Napoleon. Im Frühjahr 1848 vom Depart. Rhönemündungen zum Abgeordneten ernannt und 1849 auch wieder gewählt, zählte er zu den Häuptern der Majorität, die sich aus der Vereinigung aller frühern monarchischen Parteien ergab. Während des Napoleonischen Staatsstreichs von 1851 übernahm er eine thätige Rolle bei der Zusammenkunft auf der Mairie des zehnten Arrondissements, wo die Absetzung des Präsidenten im Namen der Nationalversammlung ausgesprochen wurde. Später bemühte er sich eifrig um die Ausgleichung und Versöhnung zwischen den beiden Linien des Bourbonischen Hauses. Erst bei den Wahlen im Mai 1863 trat er wieder als Kandidat in Marseille auf und wurde als Abgeordneter in den zum Mitaliede Körper gewählt. Raddr 185⁴ war er zum Mitgliede der Französischen Akademie ernannt worden. B. starb 29. Nov. 1868 auf seinem Landgute zu Augerville im andbid Loiret. Am 25. April 1875 wurde sein Standbild vor dem Justizpalaste in Marseille enthüllt. Nach seinem Tode erschienen seine Discours parlementaireso (5 Bde., Par. 1872—74). Vgl. Biston, B. et ses contemporainso (Par. 1874).