Besangon, Hauptstadt der ehemaligen Franche-Comté (Freigrafschaft Burgund) sowie des jetzigen franz. Depart. Doubs, Kriegsplatz erster Klasse, wichtiger Knotenpunkt der Paris-Lyon-Mittelmeerbahn, zwischen Vesoul, Belfort, Basel, Pontarlier, Lyon, Dole und Gray, 407 EKm von Paris, liegt zu beiden Seiten des Doubs, welcher sie in die durch eine steinerne Brücke verbundene Ober⸗ und Unterstadt teilt, und ist eine der am besten gebauten Städte Frankreichs. Ludwig XIV. ließ sie durch Vauban sehr stark befestigen. Der 368 m hohe Fels neben der Stadt trägt die Citadelle; jenseit des Flusses liegt auf dem 294 m hohen Charmont das 1595 gebaute Fort Griffon und in weiterm Abstande die Forts Palente und Rosemont. Die von Vauban vergrößerte Citadelle liegt auf einer vom Flusse umströmten Halbinsel, deren steile Felsufer zwei in den Fels gesprengte Thore haben, die zur Stadt führen. Sie umgibt ein Kreis höherer Berge; im S. schließt ein Isthmus sie an den 381 m hohen Trochatey, welcher seit 1792 zwei Schanzen trägt. Der Doubs trennt sie im O. von dem 442 m hohen Bregille und dem daranstoßenden, 316 m hohen Beauregard, von denen jeder durch ein Fort gekrönt ist (1820 und 1831); im W. vom 410 m hohen Chaudanne, welcher seit 1837 ebenfalls mit einem shen versehen ist. Während des Deutsch-Französichen Krieges von 1870/71 wurden die Werke noch mehr verstärkt (Fort Est-des-Buis und Ouest-des-Buis); späterhin sind noch Forts auf dem Montfaucon, bei Fontain und Arguel auf dem linken Ufer, sowie auf der Cöte de Planoise, auf Mont-Boucons und Mont-Chailluz auf dem rechten Ufer des Doubs erbaut und bis 1882fertig gestellt worden. Unter den Gebäuden der Stadt sind die merkwürdigsten die Kathedrale aus dem 11.% ——ν die St. Jo-V annis⸗ und die Magdalenenkirche, die Präfektur von 1697, das . halb gotisch, halb römisch gebaute Palais des Kardinals Granvella und mehrere röm. Bauwerke, von denen einige wohl erhalten sind. B. hat (1881) 57 039 E., ist Sitz eines Erzbischofs, der Departementsbehörden, eines Appellationsgerichtshofs für die drei Depart. Doubs, Jura und Ober-Saöne, eines Civil⸗ und eines Handelsgerichts sowie des Generalkommandos des 7. Armeekorps. / Auch bestehen daselbst eine Artillerieschule V ein großes Arsenal, sehr bedeutende Kasernen. Seit 1752 55 V die Stadt eine Akademie für Mathematik und schöne issenschaften, seit 1801 ein Lyceum, ferner eine und des Ackerbaues, ein Priesterseminar, eine medizinisch-chirurgisch-pharmaceutische Lehranstalt, eine Zeichen⸗ und Modellier⸗, eine Musikschule, eine Uhrmacherschule, eine öffentliche Bibliothek von 100 000 Bänden und 1800 deen, wehrere mit einer Münzsammlung, Museen, mehrere gelehrte Gesellschaften, eine Taubstummenanstalt und ein Theater. Die sehr bedeutenden Fabriken liefern Ackergeräte, Eisen⸗, Stahl⸗ und Kupferwaren, Waffen, Maschinen, Bijouterien, Billards, Bürsten, Stühle, Fayence, Leinwand, Woll⸗, Baumwoll⸗ und Seidenzeuge, Tabak, Buntpapier, besonders aber Taschen⸗ und Stutzuhren, in welchen beiden Artikeln 13 000 Arbeiter jährlich für 14 Mill. Frs. Ware liefern. Außerdem sind hier Bierbrauereien und Gerbereien. Die Hauptgegenstände des Handels sind Getreide, Holz, Bretter (3 Mill. Stückh), Käse, Eisenwaren, Tuch, Uhren, Leder, Wein. B. ist das alte Vesontio und war schon zu Cäsars Zeiten, der 58 v. Chr. die Sequaner daraus vertrieb und in der Gegend nach dem Rhein hin den Ariovist schlug, ein ansehnlicher Ort mit einer Berg⸗ —7 Es wurde dann ein bedeutender röm. Waffenatz, in der spätröm. Kaiserzeit Hauptstadt der rovinz Maxima-Sequanorum, kam im 5. Jahrh. an die Burgunder, 1032 mit der Franche-Comté an das Deutsche Reich und ward durch Kaiser helt, I., der hier 1162, 1178 u. s. w. Reichstage ielt, 1184 freie Reichsstadt (deutsch: Biang. Granvella, der hier geborene Minister Kaiser Karls V., wurde 1584 sürt Derse B. und als solcher deutscher Reichsfürst. Derselbe gründete hier eine Universität, die bis zur Französischen und seine Umgebung zur Zeit des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870—71. Revolution bestand. Nach Abtretung an Spanien, 1648, verlor die Stadt 1664 ihre Freiheiten. B. ward 1679 an Ludwig XIV. abgetreten, welcher die Stadt 1668 und 1674 erobert hatte. Im Feldzuge von 1814 wurde sie vom 3. Jan. bis zum April von den Osterreichern unter dem Erbprinzen von Hessen-Homburg vergeblich blockiert und beschossen. Bei den im Dez. 1870 und Jan. 1871 stattfindenden Operationen der franz. Ostarmee unter Bourbaki gegen das Korps des Generals Werder und Beer die Südarmee unter Manteuffel bildete B. einen wichtigen Stütz- und Rückzugspunkt der erstern. Mehrere Straßen und Plätze in B. — noch alte röm. Namen, und unter den vielen üÜberresten der röm. Zeit haben sich besonders die eines Triumphbogens des Kaisers Aurelian, einer Wasserleitung und eines Amphitheaters erhalten. In neuerer Zeit hat man bei B. auch ein Peraneonr röm. Theater entdeckt. Vgl. Guenard, Besançono (1843); Delacroix u. Castan, «Guide de l'étranger dans B. et en Franche-Comtén (1860); Droz, Recherches historiques sur la ville de B. (1862); „Besangon et la vallée du Doubso (1874).