Beschneidung (Circumcisio) heißt die bei verschiedenen Völkern herrschende Sitte, die Vorhaut des männlichen Gliedes abzuschneiden. Die Sitte findet sich bei den alten Agyptern, besonders unter den dortigen Priestern, den Arabern, Athiopiern, Kolchiern, Phöniziern, Hebräern und einigen syr. Stämmen, und noch jetzt bei den Juden, Kopten, christl. Abessiniern und Mohammedanern, auch bei vielen afrik. auten, Perzert und den Islam ging sie auch zu Türken, Persern und Indern über. Bei den Agyptern geschah sie im 14., bei den Völkern des Islam erfolgt sie nach dem 13. Lebensjahre; die Juden vollziehen bat am achten Tage nach der Geburt. Bei letztern hat sie auch eine hohe religiöse Bedeutung erhalten, als ein schon dem Abraham gegebenes göttliches Gesetz. Die B. ist das Bundes-Budd und durch sie wird der Beschnittene in den und Gottes mit Israel aufgenommen. Ein jeder Jraelit, nötigenfalls auch eine Frau, darf sie verrichten; sie el ieht jedoch in der Regel von eigens darin geübten Männern, genannt an W d. i. Beschneider. An einigen Orten ist ein Wundarzt zugegen. Gewiß gründet sich der Ursprung dieses Gebrauchs, der die Reinlichkeit befördert und die in südl. Ländern —„ Entzündungen verhindert, auf diätetische Rücksichten. An die Stelle der B. ist in der christl. Kirche die Taufe getreten. Die Beschneidung Christi wurde indessen bereits am Ende des 4. ale im Abendlande kirchlich gefeiert, urprünglich als Buß⸗ und Fasttag, später als Freuenfest. Das Weihnachtsfest hatte eine Oktave, mit der man dasselbe verband. Vgl. Die Circumcision der Israeliten beleuchtet vom mediz. und humanen Standpunkte von einem Arzter (Wien 1874).