FeedBethesda
HeilkundeBrockhaus 1882

Bethesda, d. i. Haus der Barmherzigkeit oder Gnadenort, hieß ein Teich in dmnss La welcher nur in dem Evangelium des Johannes (Kap. 5) erwähnt wird. In den fünf Hallen oder bedeckten Gängen, von denen er umgeben war, hielten sich viele (Glieder-)Kranke auf, welche, nach des Johannes Bericht, auf die Bewegung des Wassers warteten, um sich darin zu baden. Wahrscheinlich nach einer jüd. Volkssage läßt jene Erzählung diese Bewegung durch einen Engel bewirken, der zu einer gewissen Zeit in den Teich steigt und den Kranken, welcher nach dieser Rt. Dian zuerst in das Wasser lommt, gesund macht. Ohne Zweifel war es eine intermittierende Quelle. Schon die Kirchenväter, namentlich Nonnus, der dichterische Paraphrast des Johannes, erklären die Erscheinung auf natürliche Leise. In neuerer Zeit schrieb man die Wirkung dieses Wassers entweder der mineralischen Kraft desselben oder dem Umstande zu, daß das Blut der im Tempel geopferten Tiere in den Teich floß. Noch jetzt weist die Sage den ausgetrockneten Bethesdateich in der Rähe des heutigen Stephansthores nach: wahrscheinlicher jedoch ist derselbe in dem unterirdichen Teiche El-Obräk am westl. Fuße des Tempelergs zu suchen. (S. Jerusalem.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 908Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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