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ErdkundeBrockhaus 1882

Bethel, d. h. Gotteshaus, ursprünglich Lus geheißen, eine alte kanaanit. Königsstadt auf dem Gebirge Ephraim, an der Straße von Jerusalem nach Sichem (Räbulus) gelegen, dem israel. Stamme Benjamin zugeteilt, aber von den Ephraimiten eingenommen. Daselbst befand sich in der Richterzeit vorübergehend das israel. Centralheiligtum, die Stiftshütte mit der Bundeslade, eine Gerichtstätte und später eine Prophetenschule; auch wurde aselbst nach der Reichsspaltung durch Jerobeam I. ein goldenes Stierbild Jahves (die Sünde von Bethelo) zur Verehrung aufgestellt. Auf die Heiligkeit, welche B. nachmals erlangte, weist schon die Patriarchensage des 1. Buchs Mofe, besonders Jakobs Traum von der Himmelsleiter, hin. Die Lage des alten B. wird heute noch durch die umfangreiche Ruinenstelle bei dem Dorfe Beitin (400 C.), 4½ Stunden nördlich von Jerusalem, bezeichnet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 908Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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