Betrachtung, soviel als eingehende Beobachtung, wird vorzüglich von derjenigen Verstandesthätigkeit gebraucht, worin wir einen Gedanken, welcher uns noch dunkel ist, immer aufs neue der derdeutlhen n unterwerfen, um ihn allmählich zu verdeutlichen und aufzuklären. ährend in Beziehung auf Erfahrungsgegenstände leicht ein einsiarl Experiment oder ein neues histor. Zeugnis tärker orientiert als langes Nachdenken, so verhält es sich mit rein philos. Gegenständen anders, welche man schwer durch bloße äußere Mitteilung sich aneignen kann und in ihrer vollen Deutlichkeit nur gewinnt, wenn man sie durch innere B. aus sich selbst zu erzeugen versteht.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 912Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei