FeedBeobachtung
AllerleiBrockhaus 1882

Beobachtung heißt der Oeme der 3Gegenten Aufmerksamkeit, in welchem man die Gegenände n hate einwirken läßt, um das Eigentümiche und Unterscheidende derselben genau kennen zu lernen. Die gewöhnliche, d. i. die B. zu nichtwissenleaschaftli wecken unterscheidet sich von der u enschastlichen dadurch, daß letztere methodisch, d. h. nach bestimmten Grundsätzen angestellt wird und auf das Auffinden allgemeiner Gesetze sowie auf Unterscheidung des Wesentlichen und Zufälligen ausgeht. Auch ist sie verschieden nach den verschiedenen Gegenständen und Gebieten der Aausere . In dieser Hinsicht unterscheidet man die äußere B. des Naturforschers und die innere des Psychologen. Beide verbinden sich zu praktischen Zwecken in der B. des Geschichtsforschers, des Staatsmannes, des Kunstlers und aller derer, welche auf Menschen weckmäßig einzuwirken streben, oder deren Handungen und Werke richtig beurteilen wollen. Eine besondere Art der B. wird durch Versuche oder Experimente, d. h. durch solche oft sehr künstliche Veranstaltungen bewirkt, durch welche man den Gegenstand gleichsam nötigt, sich dem Beobachter von einer bestimmten Seite, unter absichtlich gewählten Verhältnissen u. s. w. Iu Weriuche Deshalb untercheidet man oft gerabezu rsuche von B. und setzt r die letztern voraus, daß der Gegenstand in seinem ruhigen, von dem Beobachter nicht veränderten Zustande betrachtet werde. Die Kunst 10 zu beobachten und zu experimentieren, ist um so chwerer, enauer und feiner die B. sein soll und * verw aalter die zu beobachtenden Phänomene sind. Die Resultate einer B. können, namenklich wo es ch um numerische Bestimmungen handelt, niemals ur völlig genau .j— da bei der immer nur beenzten rfe der Sinne und der angewandten nstrumente in unvermeidlich sind. Berechnet man die bei sedem einzelnen Teil einer B. größtmögliche Abweichung von der Genauigkeit, summiert die auf diese Art gefundenen Größen und dividiert die Summe durch das ganze gefundene Resultat, so ahhe man die Fehlergrenze, d. h. den 3 möglichen Betrag des Gesamtfehlers einer Durch Wiederholung der B., wo eine möglich ist, kann man die Genauigkeit ihres Resultats immer mehr erhöhen, weil dann die begangenen Fehler sich zum großen Teile gegenseitig aufheben. Das richtigste, der absoluten Genauigkeit am nächsten kommende Resultat findet man aus der größten Anzahl der B. und Versuche, vorausgesetzt, daß alle Rs genau sind. an nimmt dann aus den Resultaten der einzelnen B. das arithmet. Mittel, indem man die sämtlichen Größen addiert und ihre Summe durch die Zahl derselben dividiert, oder man wendet nach den von Gauß anegebenen sbernn noch feinere Arten der rscheinlt keitsbestimmung an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 783Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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