Bhagavad-Gitäa (d. h. die von der Gottheit gesungenen Offenbarungen) ist der Titel eines reliionsphilos. Lehrgedichts, das als Episode in das sechtte uch des großen ind. Epos Mahabhärata (. d.) verflochten it. Die beiden feindlichen sehen der naheverwandten Kuruiden und Panduiden stehen gerüstet in n das zeichen sich gegenüber, die Trompeten geben das Zeichen zum Beginn des Kampfs, und der Panduide Ardschuna besteigt seinen Kriegswagen, den die Gottheit Wact in der menschlichen Gesalt des Krischna als Wagenlenker führt. Als aber Ardschuna im feindlichen Heere seine erwandten, die Freunde seiner Jugend und seine Lehrer erblickt, zögert er, sich in den Kampf zu stürzen, von dem Zweifel gequält, ob es, um eines irdischen Vorteils willen, wie hier die Wiedereroberung des väterlichen Reichs, erlaubt sei, die geheiligten Satzungen des ganzen Staatsorganismus zu verletzen. Hierauf setzt nun Krischna ihm in einer Reihe von 18 Gesängen die Notwendigkeit des Handelns, unbekümmert um den Erfolg, auseinander, woraus sich im weitern Verlaufe des Gesprächs ein vollständiges System ind. Religionsphilosophie entwickelt, in welchem mit ebenso vieler 93 90 der Gedanken als Eleganz der Darstellung die höchsten Probleme des menschlichen Geistes zu lösen versucht wird. Wann und von wem das Gedicht verfaßt wurde, läßt sich bisjetzt nicht genau bestimmen. Do kann es nicht in die Zeit der ersten Versuche des philosophierenden Geistes der Inder gesetzt werden, vielmehr ist es eklektischer Natur und setzt philos. Schulen voraus. Wahrscheinlich fällt Heite Abfassung in die ersten Werr ein unde nach Christo. In Indien genießt das erk ein unbedingtes Ansehen und ist daher auch oft kommentiert (der beste Kommentar von Sridhara-Svämin erschien Kalkutta 1832) und in die verschiedenen Sprachen Indiens übersetzt worden. Die besten Ausgaben des Sanskrittextes lieferten A. W. von Schlegel (2. Aufl., Bonn 1846) und Thomson schung d 1855); der letztere auch eine engl. Uberetzung (Hertford w1855); in das Deutsche wurde das Gedicht übersetzt und kommentiert von Peiper H. 1834), Lorinser (Bresl. 1869) und Borberger (Berl. 1870). I. geistreicher Weise hat W. von Humboldt den philos. Gehalt des Gedichts dargestellt in einer Abhandlung «Uber die unter dem Namen B. bekannte Episode des Mahäbhärata (Berl. 1827).