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ErdkundeBrockhaus 1882

Biberach, Oberamtsstadt im württemb. Doreicen 5. an der Mundung des einst an Bibern reichen Biberach Getzt Wolfenbach) in den Donau hasen Riß, sowie an der Eisenbahn aur Landinanr, afsen und der Ulm-Ravensburger Landstraße, 38 km von Ulm, 540 m hoch gelegen, ist teils in freundlicher Thalebene, teils an einem Vorhügel iemlich unregelmäßig gebaut und trägt mit ihren urmen, Thoren und teilweise erhaltenen Ringmauern noch das Gepräge einer mittelalterlichen Stadt. Der Ort zählt (1880) 7799 C. sast zu gleichen Teilen Protestanten und Katholiken), ist Sitz eines Amtsgerichts und Oberamts, hat eine Lateinische und eine Realschule zweiter Ordnung, bedeutende Stiftungen, namentlich ein sehr reiches Hospital, eine schone Hauptlirche für beide Konsessionen, welche 1100 erbaut, aber 1881 restauriert worden ist, ein neues Stadttheater und ein 6. Juni 1881 enthülltes Denkmal des Dichters Wieland. Die Bewohner sind außerordentlich gewerbthätig, 8 10 das Kleingewerbe in gewisser Blüte steht: B. hat größere industrielle Ctablissements für die Fabrikation von Blechspielwaren, Metalltuch, Tragantwaren, *** Blumen, landwirtschaftlichen und andern Maschinen. Der Fruchtmarkt ist der zweitgrößte in Württemberg, auch gewinnt der Viehhandel jährlich an Bedeutung. B. ist die Vaterstadt vieler ausgezeichneter Männer, besonders hervorragender Künstler: der Dichter Wieland wurde * erzogen, war 1760 hier Senator und wurde später Kanzleiverwalter; die Historienmaler Dieterich (Stuttgart) und Neher (Stuttgart), der Tiermaler Braith (München) und der Bildhauer Rau (Stuttgart) waren und sind eborene Biberacher und erhielten hier ihre erste usbildung. Ungefähr 3 km von B. entfernt liegt das Mineralbad Jordan bei Bergerhausen im Rißthale. B. war seil den Zeiten Kaiser Friedrichs II. eine kaiserl. Reichsstadt. Die Reformation, der nur ein Teil der Bevölkerung beitrat, 1523, brachte diese in lange Zwiste, bis 1. 3 der Westfalische Friede die Parität feststellte. nfolge des Friedens von Luneville kam die Stadt 1802 an Baden und durch die Rheinische Bundesakte 1806 an Württemberg. Bei B. erfochten 2. Okt. 1796 die nach dem Oberrhein sich zurückziehenden nzosen unter Moreau einen vollständigen Sieg über die sie verfolgenden Österreicher unter Latour, und 9. Mai 1800 wurden hier die Osterreicher unter dem Feldmarschall Kray von den Franzosen unter Saint-Cyr geschlagen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 7Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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