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ErdkundeBrockhaus 1882

Badenweiler, Pfarrdorf mit (1880) 575 E., berühmter klimatischer Kurort und geschätztes Thermalbad (jährlich über 3600 Kurgäste) im bad. Kreise Lörrach, 7 Km östlich vom Bahnhof Müllheim (Stain herrlicher Gegend, 422 müber dem Meere am nordwestl. Abhange des (1167 mehohen) durch seine Alpenaussicht bekannten Blauen, eines der höchsten Berge des Schwarzwaldes. Unmittelbar über dem Dorse entspringt die mächtige Quelle, welche durch ihre Temperatur (26,4 C.) und chem. Zusammensetzung in die nalr der indifferenten Thermen gehört. (Letzte Analyse von v. Bunsen 1— Der Ort war ben) zu Römerzeiten als Bad in Gebrauch, wie aus den Ruinen eines röm. Bades, welches zu den großartigsten und besterhaltenen Denkmälern röm. Baukunst diesseit der Alpen gehört, hervorgeht. Seine Länge beträgt 66 m, seine Breite 19,5 m; es Sabih nebst einer Menge kleinerer Räume, wie Salbzimmer, Dampf⸗, Schwitz⸗ und Einzelbäder, vier große Piscinen (Schwimmbäder) und zwar zwei Frigidarien und zwei Tepidarien. Nach den aufgefundenen Münzen und sonstigen Altertümern hat das Bad von 124—361 n. Chr. geblüht, bis es nach der Zerstörung (um 368 n. Chr.) als solches in movon m geriet. Erst im 16. Jahrh. wieder wird B. von mediz. Autoren als Bad genannt. Doch erst 1784 wurden die Ruinen des alten röm. Bades durch glücklichen Zufall aufgedeckt und der Park begonnen, der, überragt von der alten, im 12. Jahrh. erbauten, 1678 von den Ausdebmn zerstörten Burg der Zähringer, durch usdehnung, innere Mannigfaltigkeit und Wechsel herrlicher Fernsichten zu den schönsten Deutschlands baaren Derselbe wird südlich Renl das Kurhaus egrenzt, welches, 1852 von Eisenlohr in leichter ierlicher Holzarchitektur errichtet, dem Charakter er Bauart des Schwarzwaldes entspricht. Vor dem Gebäude befindet sich ein kaltes Wasser (aus der 1870 hergestellten Wasserleitung) spendender Brunnen mit zwei schönen Reliefs, von Klammer in Karlsruhe: Moses in der Wüste, Wasser aus dem Felsen schlagend, und Christus im Gespräch mit der Samariterin am Brunnen. Innerhalb der Parkanlagen, dicht bei dem Kurause am östl. Abhange des von der Burgruine geönten Kegelbergs, steht die in leichter Eisenkonstruktion aufgeführte 45, mlange, 4,45 m breite gedeckte Wandelbahn (1882 vollendet). Gegenüber dem Kurhaus e befindet sich das unscheinbare großherzogl. Schloß (der frühere, 1586 erbaute «Amthofe), um1 von ausgedehnten Parkanlagen. Die prot. tirche mit dem aus dem 15. Jahrh. herrührenden Glockenturm hat ein Wandgemälde (Totentanz und Rap e vorstellend) aus dem 16. Jahrh.; die kath. apelle ist neu und im byzant. Stile gebaut. Von großer Bedeutung sind die (1875 vollendeten) mit größter Eleganz ausgestatteten Bassinbäder (Marmorbad in monumentalem Renaissancebau und offenes Bad), eine den neuern Anforderungen entsprechende Nachahmung Er Bar idarien des alten röm. Bades: die Größe der Bassins, durch die das Thermalwasser (725 1 in der Minute) stets zu⸗ und abfließt, übertrifft die alten um das Dreifache. Das Klima von B., welches unter die subalpinen Kurorte mit mehr Onen i⸗ als anregender Luft-Gledgmaßigt zu rechnen ist, zeichnet sich aus durch Gleichmäßigkeit der Temperatur bei hen vor rauhen Winden, große Reinheit und mäßigen Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Vgl. Leibnitz, Die röm. Bäder bei B.y (Lpz. 2 Wever, «Chronik von B. v (Badenw. 1869) und „B. mit seinen Umgebungeno (5. Aufl., Badenw. 1880); Thomas, B. und seine Heilmittel» (2. Aufl., Müllheim 1878); Siegel, „Die neuen Bassinbäder in B. (Badenw. 1878).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 359Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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