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ErdkundeBrockhaus 1882

Dillingen, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Schwaben, Sitz eines Bezirksamts und eines Amtsgerichts, liegt 46 Km im NW. von Augsburg, am linken Ufer der hier überbrückten Donau und an der Linie Donauwörth-Offingen der Bayrischen Staatsbahn. Die Stadt hat ein königl. Schloß (die ehemalige Residenz der Bischöfe von Augsburg), eine königl. Studienanstalt (Gymnasium und Lateinschule) mit einer Bibliothek von 75000 Bänden, „ein bischöfl. Klerikalseminar, ein bischöfl. Knabenseminar, eine Pfarr⸗ und fünf Filialkirchen, ein Kapuzinerkloster, ein Franziskaner-Nonnenkloster, eine Taubstummenanstalt für Mädchen, sowie zahlreiche Wohlthätigkeitsanstalten und zählt (1880) 5452 E., welche Handel und Industrie, Viehzucht, Getreidevon Augsburg, Otto von Truchseß, 1549 gestiftete Universität, welche 1564—1773 in den Händen der tJesuiten als Hauptsitz der Polemik gegen den Protestantismus galt, wurde 1804 aufgehoben und in in Lyceum verwandelt. Das 1823 Lanmaer kath. Schullehrerseminar wurde 1840 900 auingen verlegt. — Im Mittelalter residierten zu D. die Grafen gleiches Namens. Graf Hartmann von D. setzte 1258 seinen Sohn Hartmann, Bischof von Augsburg, zum Erben seiner Güter ein, der sie bei seinem Tode 1286 an das Hochstift abtrat. Seit dieser Zeit war D. Residenz des Bischofs von Augsburg, mit dessen weltlichem Besitztum die Stadt 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluß an Bayern kam. Die Stadt wurde 1632 und 1648 von den Schweden, 1702 von den Ssterreichern, 18. Juni 1800 von den Franzosen eingenommen. In der Nähe befinden sich die Leinweberei und Bindfadenfabrik Schretzheim und die Baumwollweberei öschlingsweiler. — „Provinz Rheinland, Kreis Saarlouis, an der Prims und an der Linie Saarbrücken-Trier der Preußischen Staatsbahn, 27 km nordnordwestlich von Saarlouis, hat ein großes Eisenhüttenwerk nebst Blechfabrik und eine Papierfabrik und zählt (1880) 3145 meist kath. C. Dillis (Joh. Georg von), Landschaftsmaler, geb. 26. Dez. 1759 zu Grüngiebing in Oberbayern, wurde zum Priester erzogen und empfing auch die Weihen, ildete 0 aber dann auf der münchener Akademie ne Maler aus. Auf vielen Reisen fand er Ge-Heutschl wertvolle Studien zu sammeln, zuerst in Deutschland und der Schweiz, dann in Italien. du J. 1790 wurde er Inspektor der münchener emäldesammlung. Die wichtigste Epoche seines Lebens und Wirkens begann, als der Kronprinz, Reen König Ludwig von Bayern, ihn auf seinen eisen durch Frankreich und Spanien zum Begleiter wählte. Im J. 1806 und im folgenden Jahre be9ab er sich von neuem nach Italien, um daselbst Ankäufe für die königl. Sammlungen zu machen. In den Jahren 1817 und 1818 begleitete er den Kronprinzen nach Sicilien. Seit 1822 Direktor der königl. Galerie, erwarb er sich viele Verdienste um die Neuaufstellung der Bilderschätze in München und Nürnberg, wie er denn in kunstwissenschaftlicher Hinsicht bedeutender erscheint als in künstlerischer. Seine Veduten und . besitzen indes vielen Wert, auch zeichnete er schön mit der Feder. D. starb in München, 28. Sept. 1841. Vgl. J. B. Spath, «Erinnerungen an D.» (Münch. 1844). Dillkreis, Kreis im Regierungsbezirk Wiesbaden der preuß. Provinz Hessen-Nassau, an der Dill, zählt auf 80 qkm (1880) 38 008 E. und hat zur Hauptstadt Dillenburg.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 354Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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