Bild ist in der Erkenntnislehre wesentlich der Gegensatz des Begriffs. Betrachten wir einen bestimmten Gegenstand lediglich als dieses bestimmte Einzelne in der ganzen Fülle und Zufälligkeit seiner einzelnen sinnlichen Erscheinung, wie sich diese dem Auge oder sonst den Sinnen darstellt, so erfassen wir das B. dieses Gegenstandes. Sehen wir dagegen von der sinnlichen Erscheinungsweif e ab, vergleichen diese einzelne Erscheinung mit andern Erscheinungen und halten nur das fest, was ihnen allen ri. Has ist, so fassen wir den Gegenstand als Begriff. Das eine ist die Sache des sinnlich-künstlerischen, das andere die des abstrakt-wissenschaftlichen Denkens. Der Tiermaler faßt das Tier als B., der Zoolog als Begriff. Als sinnlich-individuelle Auffassung und Darstellung hält sich daher das bildliche Denken an die äußern, räumlichen, dem Auge sichtbaren Formen und Farben. Es erklärt sich daraus, warum man auch in der Poesie und Beredsamkeit alle sinnlichen, malenden Wendungen als B. bezeichnet. Die Lehre von den poetischen B. macht einen Hauptbestandteil der Poetik und Rhetorik aus. In der Optik nennt man B. eines Punktes die wirkliche oder scheinbare Vereinigung der Lichtstrahlen, welche von einem leuchtenden Punkte ausge-Wereint sind. Optische B., welche durch die wirkliche Ren Sau von Lichtstrahlen zu Stande kommen, heißen Sammelbilder oder auch physische, objektive oder reelle B. Dagegen nennt man Scheinbilder oder auch virtuelle, subjektive, ideelle oder geometrische B. jene, welche nur durch die gegen ihren Durchschnittspunkt verlängert gedachten Lichtstrahlen vermöge der Sehthätigkeit des Auges zu entstehen scheinen. Da jeder Gegenstand als aus Punkten zusammengesetzt angenommen werden kann, so läßt sich das Zustandekommen optischer B. von Gegenständen auf die Konstruktion der optischen Punktbilder Linfen un (Vgl. tische Ii Hohlspiegel, Linsen und Optische Instrumente.)