FeedBimäna
TierreichBrockhaus 1882

Bimäna (Bimänen, Zweihänder) nannte Linné die Menschen, die er als Familie von den Vierhändern oder Affen (Quadrumäna) unterschied. Die Naturforscher haben über die Stellung des Menschen in zoolog. Hinsicht viel diskutiert, und die Meinungen sind sehr auseinandergegangen, denn während die einen ihn sogar als Repräsentanten eines besondern Naturreichs, gleichwertig dem Tier⸗, Pflanzen-oder Mineralreiche, ansehen wollten, die andern ihn als eine erelen Klasse den übrigen Säugetieren gegenüberstellen wollten, faßten diejenigen, welche die Unterschiede als geringfügiger betrachteten, ihn bald als eigene Ordnung gegenüber den Affen, bald nur als Familie oder Gattung innerhalb der Ordnung der Primaten auf. Jedenfalls bezeichnet der von Linne gewählte Name einen der auffallendsten äußern Unterschiede der beiden Typen, indem der Mensch nur zwei vordere Hände mit entgegenstellbarem Daumen besitzt, während bei den Affen Vorder⸗ und Hinterglieder als Greiferpaar entwickelt sind und sogar die Hände der Hinterfüße meist besser ausgebildet, bei einigen auch die Daumen an den Vordergliedern verkümmert sind oder ganz fehlen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 61Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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