Bir oder Biredschik, vulgär Beledschik, Stadt im asiat.⸗türk. Vilajet Aleppo, am linken (östl.) Ufer des Euphrat, der hier in die Ebene tritt und selbst für —— Barken schiffbar wird. Der Ort ist Sitz eines Mudirs und liegt w130 km nordöstlich von Aleppo. Seine amphitheatralische Lage am Abhang und Fuße steiler Kreidefelsen, die vielen in dieselben eingegrabenen Grotten, die Gartenterrassen mit ihren großen Feigen⸗ Granat⸗ und andern Bäumen, eine gewaltige + die scharfen Umrisse der benachbarten 7* und Berge und der seiner letzten beengenden Felsenfesseln entledigte, dahinbrausende Strom geben dem Orte, der sich eines gesunden Klimas erfreut, ein ebenso eigentümliches als romantisches Aussehen. B. ist von einer umschd erhaltenen, mit Türmen flankierten Mauer umsch 7— und zählt 2000, nach andern 8000 (bis auf 50 — 60 arman Puailre türk. E. Es liegt hier eine Sprach⸗ und Völkergrenze; denn bie Kur der Stadt beginnen die arab., ostwärts ie kurd. Stämme, westwärts ½* die Türken mit Turkmanen vermischt. Die Burg erhebt sich mitten in der Stadt und dicht am Flußufer auf einem 32 m hohen und isolierten Felskegel mit 20 —25 m hohen Mauern aus Felsblöcken. B. ist die berühmteste der unter dem Namen Zeugma unter den Seleuciden und Römern bekannten libergangsstellen des Euphrat und noch jetzt die uenteste Strompassage mit zahlreichen großen Fährbooten für die Karawanen (von öfters nicht weniger als 5000 Kamelen). Schon seit der frühesten Zeit war es ein wichtiger Knotenpunkt für alle aus dem untern Mesopotamien und dem südl. Kurdistan nach Nordsyrien ziehenden Karawanen, und wegen seiner Lage von Umteaischer Bedeutung. Nur die Unsicherheit der Umgegend ließ den Ort zu keiner größern Blüte Wber Airs. Die gerade Route von B. nach Mossul über Urfa und Nisibin, schon seit Jahren durch Araberhorden gefährdet, wird in neuerer Zeit nur von großen Kamelkarawanen benutzt, während kleinere den weiten Umweg uber Diarbekr vorziehen. Bei B. nahm die engl. Euphratexpedition unter Oberst Chesney 1836 ihren Anfang. B. ist die Stadt und Burg Bira der Grafschaft Edessa zur Zeit der Kreuzzjüge. Sie wurde 1144 von Emadeddin Zenki den Christen entrissen und 1265 von den Mongolen erobert, welche bei ihrem zweiten Angriff 10. Dez. 1272 eine Niederlage erlitten und 28. Nov. 1275 abermals einen vergeblichen Sturm versuchten. ** Birago (Karl, Freiherr von), österr. Militäringenieur, Erfinder des 219 ihm benannten, auf der Anwendung zerlegbarer Böcke und Pontons beruhenden Brückensystems, wurde 24. April 1792 u Cascina dOlmo bei Mailand geboren, besuchte die Seminare zu Castello und Monza, und studierte auf der Universität Pavia Mathematik. Im 1812 trat er in die Militärschule zu Pavia, wu 1813 zum Unterlieutenant und zum + an derselben ernannt, 1816 aber in ein Infanterieregiment versetzt und an das Militärisch-geographische daden zu Mailand kommandiert, wo er bis 1821 bei den Terrainaufnahmen und mnefenulsen wirlte. in der Lombardei und dem Parmesanischen wirkte. Er kam hierauf in das Pionierkorps und war von 1823—26 Lehrer der Mathematik an der Pionierkorpsschule in Mailand und trat 1825 mit der von ihm erfundenen Kriegslaufbrücke Im die 1882 in die Armee eingeführt wurde. Zum Hauptmann befördert, war er sodann von 1830—35 beim Bau der Befestigungen von Linz thätig, wo er eine zweckmäßige Lafettierung für die in den Türmen Vise. ellten Haubitzen erfand; er leitete 1835 die Befeigungen des Poübergangs bei Brescello, trat 1836 als Major im Generalstabe wieder zum Dienst im Pionierkorps ein und verfaßte die »Anleitung zur Ausführung der im Felde am meisten vorkommenden Pionierarbeiten» und Untersuchungen über die europ. Militärbrückentrains u. s. w. (Wien 1839). Für den Herzog von Modena errichtete er 1839 nach den in seinem Werke entwickelten Theorien bei Brescello eine Militärbrücke über den Po, welche alle Erwartungen übertraf; 1840 wurde unter seiner Leitung ein größerer Brückentrain nach seinem System u Befellen und die Manöver damit unter seinen Befehlen eingeübt. Im August ward B. zum Oberstlieutenant ernannt. Fast alle europ. Armeen sandten Offiziere nach Wien, um die neuen Brückeneinrichtungen kennen zu lernen. fürtdiem B. mit der Dntel omd des Studienplans Eei ie neuerrichtete königl. lombard.⸗venet. adelige ibgarde beauftragt worden, ward er im Sept. 18⁴⁰ Ooer Premierwachtmeister dieser Garde, 1841 zum Oberst der Armee, 1842 zum Unterlieutenant jener Leibgarde ernannt. Als ihm 1844 das Briadelommando der 1843 vereinigten Pionier⸗ und ontonierkorps übertragen wurde, erfolgte Wugach seine Erhebung in den Freiherrnstand. B. star 29. ——— 184⁵.