FeedBiribi
PflanzenreichBrockhaus 1882

Biribi, ein aus Italien stammendes Glücksspiel. 1 Deutschland bedient man sich dazu gewöhnlich einer in 36 numerierte Felder geteilten Tafel, nebst 36, ebenfalls mit 1—36 bezeichneten Karten, die aus einem Beutel daggen werden; in talien und Frankreich wird dagegen auf einer afel von 70 Nummerfeldern gespielt. iriussen, ein tatar. Volk im sibir. Gouvernement 0 ausgest an den Ufern des Abakan, jetzt fast lich ausgestorben. irke (Betüla L.), aus Bäumen und Sträuchern bestehende Pflanzengattung aus der 21. Klasse des Linneschen Beunl und der nach ihr benannten Familie der Betulaceen (s. d.). Die B. sind einhäusige Pflanzen mit in Kätzchen gestellten Blüten. e männlichen Kätzchen entwickeln f schon im Sommer vor der Blütezeit und befinden sich daden ganzen Winter hindurch an den entlaubten weigen, während die viel kleinern weiblichen Kätzwerst mit dem Laubausbruch im Frühling erscheinen zu welcher Zeit auch erst die sich dann verlängernden männlichen Kätzchen aufblühen. Diese tragen die Blüten, aus sechs von häutigen Hüllblättchen umgebenen Staubgefäßen bestehend, unter gestielten, haben dreil Schuppen. Die weiblichen Kätzchen haben dreilappige Lache Schuppen, unter deren jeder sich drei Fruchtknoten mit zwei sadenförmigen Narben befinden. Aus jedem tschenes knoten entsicht ein mit zwei Flügeln versehenes ßchen, im gewöhnlichen Leben Birkensame genannt. Bei der Samenreife lösen sich die geflügelten Nüßchen samt den Schuppen von der Ahrenspindel los welche stehen bleibt. Die zu diesem Artikel gehörige Abbildung auf Tafel Laubhölzer: Waldbäume I. zeigt die emeine Weißbirke (Betula verrucosa); dargestellt nd: 1. Die Spitze eines Triebes mit den großen männlichen und den kleinern weiblichen Kätzchen. 2. Belaubter Zweig mit einem „ und an der Spitze mit zwei männlichen Blütenknospen. 3. Triebspize mit Laub⸗ und männlichen Blütenknospen im Winter. 4 und 5. Stücke weiblicher Fruchtin 6. Weibliche Blüte mit drei nackten den tknoten, deren jeder zwei fadenformige Naren trägt. 7—9. Männliche Blüten von vorn, von der Seite und von unten gesehen. 10. Staub-Fie. 11. Deckblatt der weiblichen Blüte. 12. e aus dem Deckblatt erwachsene Deckschuppe. 13. Geflügelte Frucht, Birkensame. (Fig. 1, 3—5 9 e Größe, 2 verkleinert, 6—13 vergrößert.) Die Birkenarten zerfallen in Baumbirken und Strauchbirken. Erstere sind der Mehrzahl nach in Nordamerika, letztere in der kalten und Polarzone der Alten Welt und auf den Hochgebirgen Nord- und Mitteleuropas zu Hause. Unter den Baumbirken Europas sind die gemeine Weißbirke (B. verrucosa Ehrh., früher irrtümlich meist für B. alba L. ebte auch Steinbirke, Maserbirke, Harzbirke und Maie genannt, und die weichhaarige B. (B. pubescens Eurh., alba L., odoràta Beclist.), auch unter dem Namen Ruchbirke und Rauhbirke bekannt. Die durch ihren schlanken, mit blendendweißer, der Quere nach bandformig sich abrollender Korkrinde bekleideten Stamm, ihre leichte, graziöse, zierlich verästelte, dünnbelaubte Krone und die beweglichen, langgestielten, fast hangenden Blätter von allen unsern Stockausschläge un Hlatte Samenpflanzen ausgenommen, stets kahle Blätter, an deren oberer Seite sich ein wohlriechendes an Fenon (das Betulin) ausscheidet, welches beim Laubausbruch als glänender, klebriger Überzug, an ältern Blättern in 11 von weißlichen Fetchen auftritt. Aus demelben Stoff bestehen die weißlichen Warzen, die sich an jüngern 0 und Zweigen, besonders aber an den Stockausschlägen in reichlicher Menge finden und den Namen Warzenbirke (B. verrucosa) veranlaßt haben. Dasselbe Wachsharz enthält Sirt die weiße Korkrinde bei dieser und bei andern Birkenarten, weshalb aus demselben durch trockene Destillation eine ölartige Substanz, in Rußland Deggut genannt, gewonnen werden kann. Man tränkt damit in Rußland das Juchtenleder und macht dasselbe dadurch wasserdicht. Wegen des reichen Gehalts an solchem Wachsharz ist die Birkenrinde fast unverweslich. Deshalb benutzt man sie in Schweden zum Dachdecken, indem man auf die aufgenagelte Rinde Rasenplaggen legt, unter welchen sie sich 157 hält und der rt. 1Das vorhin genannte Birkenöl (oder Birkenteer) ist unter dem Namen Oleum betulinum oder moscoviticum auch äfeineil⸗ namentlich in Rußland, wo man es als Volksheilmittel hee Wechselfieber anwendet. Aus den Blättern der Weißbirke bereitet man das Schüttgelb und Schüttgrün, aus dem im Frühling — dent Laubausbruch in reichlicher Menge im Stamm emporsteigenden Saft, welcher über 2 Proz. Zucker enthält, den Birkenmet, Birkenwein und zenden Gotränte uud n Diese ziemlich berauschenden Getränke sind namentlich in Rußland gebräuchlich. Den Birkensaft kann man in großer Menge erhalten, wenn man die Birkenstämme vor dem Aufbruch der Knospen an der Mittagsseite anbohrt, in das etwa 5 em lange, sc) nach oben gerichtete Loch ein Röhrchen steckt un darunter ein Gefäß befestigt. Eine große B. liefert binnen 24 Stunden bis 16 1 Saft. Will man den Baum nicht zu sehr entkräften, so muß man das Loch nach zwei Wei wieder schließen. Die Weißbirke zeigt ich zwar durch ganz Europa verbreitet (sie kommt noch im westl. Centralspanien und in hland. maue vor), doch ist sie vorzüglich in Deutschland, namentlich dem nördlichen, heimisch. Sie gebeiht auch auf dem magersten und trockensten Boden, wo sie im Gemeng mit Eichen als Niederwald kultiviert zu werden verdient. Zum Hochwaldbetrieb in hohem Umtrieb eignet sich nicht, da sie sich mit zunehmendem Alter sehr licht stellt und ber Boden wegen des zu großen Lichteinnänd unter ihr verangert. In jungen Fichtenbetänden, in welche sie * gern eindrängt, wird sie durch das Abpeitschen der Nadeln mittels ihrer biegsamen Ruten bei windigem Wetter oft nachteilig. Ihr hellgefärbtes Ho ist ein vorzügliches Brennmaterial und sehr tauglich Wagnerarbeiten und Gerätschaften, als Bauholz dagegen wenig brauchbar, da es, der Luft ausge etzt, den I der Entwickelung eines nach Veilchen duftenden ilzes (Nyetomyces suaveolens) in seinem Innern bald durch und durch morsch wird. Die weich haarige Birke, B. pubescens Eurh. (die echte B. alba L.), ein auf moorigem, feuchtem Boden wachsender Baum, der sich zwar überall in Deutschland findet, doch aber vorzüglich in Nordeuropa und Rußland vorkommt, wo er dichtgeschlossene Wälder bildet, unterscheidet sich von der gemeinen B. durch die mattweiße Farbe der Rinde, den völligen Mangel an Wachsharzabsonderung an Zweigen und Blät⸗⸗ tern und den weichen, amtartigen Überzug derselben. Unter den amerik. Baumbirken sind namentlich die mit glatter, dunkelgrauer, sich nicht ablösender Rinde versehene B. lenta und die B. rubra oder nigra, deren Rinde sich an den Stämmen in rötlich oder schwärzlich gefärbte, dünne Schuppen auflöst, beliebte Zierbäume bei uns geworden. Von Strauchbirken ist als die kleinste und zierlichste Art zu Hergenren n Stännachen B. nana L., mit niedergestreckten tämmchen und Asten, deren x Spitzen oft nur aus dicken Moospolstern hervorragen, mit aufrechten, länglichen Fruchtähren. Sie wächst auf Torfmooren der Alpen und anderer Hochgebirge sowie in der Polarzone. Ihr Saft ilt bei den Alpenbewohnern für ein Miktel gegen [ Wzehrung, Gicht und Hautausschläge.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 73Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Pflanzenreich 6