Bisser oder Bussahir in Britisch-Ostindien, ein zu der Lieutenant-Gouverneurschaft des Pandschab gerechneter Vasallenstaat, der mit einigen andern größern und kleinern tributären Staaten eineborener Fürsten, nämlich Samu und Kaschmir, ambo, Mandi und Kailur, in administrativer Hinsicht die Gruppe der jenseit des Sadletsch geledidet Hochlande (engl. Trans Sutlej Highlands ildet. B. erstreckt sich von 30 56 bis 32˙ 8 nördl. Br. und von 77 34 bis 7 52“ östl. L. (von Greenwich) mit einem Areal von 8600 qkm mit 90000 C. B. wird 4 von der Division Jallandar, westlich von den Distrikten Simla und Dehra Dun dem Vaß zum Pandschab gehörend), südlich von dem Vasallenstaate Gurwhar und östlich von chines. Gebiete begrenzt. In den südl. Abhängen des Himalaja, in nicht großer Entfernung von dessen Kammlinie gelegen, ist B. ein Alpenland, welches der Satletsch, von dem es in der Richtung von O. nach W. durchströmt wird, in eine nördliche Kunawar und eine südliche Bussahir genannte Hälfte teilt. B. ist in seiner ganzen Erstreckung hoch gelegen. Die niedrigsten gemessenen Punkte, Hirt auf dem linken Ufer des Satletsch und Raien auf dem linken Ufer des Flusses Pabar, liegen 1050 und 1700 m über der See. Viele Strecken liegen zwischen 2000 und 4000 m 5⁰ Diese bedeutende Elevation des Bodens von B. bedingt eine große Verschiedenheit in den Vegetationsverhältnissen daselbst. In dem südlichsten Teile, an den Ufern des Pandschab, ist die Flora noch fast eine subtropische, in den nördlichern dagegen artenarm und dürftig wie allenthalben in der Nähe von Gletschern und ewigem Schnee. Unter den Erzeugnissen des Pflanzenreichs in den niedrigern Gegenden ist in erster Stelle der Weinstock zu denltken von dem verschiedene, sich durch außerordentlichen Traubenreichtum auszeichnende Arten in B. vorkommen; in den höher gelegenen aber der Theestrauch, dessen Blätter einen wichtigen Ausfuhrartikel nach Tibet bilden, obschon sie nur den schlechtern und billigern chines. Arten gleichstehen. Außerordentlich reich ist B. an Eisenerzen, aus denen Eisen von größter Güte gewonnen wird, welches hauptsächlich für die Verfertigung von Säbelklingen und andern Waffen dient. Die Bevölkerung von B. besteht gleich jener der übrigen sog. „Hügelstaateno (Hillstates) im Himalaja, südlich von der Kammlinie desselben, aus einer Vermischung des mongol. oder turanischen Rassenelements mit dem spezifisch indischen. Das erstere gelangt mehr in der nördl. Abteilung Kunawar, das letztere mehr in dem südl. Bissahar zum Ausdruck. Auch mit H Sprache und Religion findet dasselbe statt. Die Bewohner von Kunawar sind hochgewachsen, kräftig und stark, muskulös, von dunkler Hautfarbe, jedoch im Gesicht mit durchschimmerndem Rot und mehr oder weniger scharf gezeichneter mongol. (turanischer) Schädel⸗ und Gesichtsbildung. Sie sind tapfer, kühn, unabhängig gesinnt, werden aber als grausam und blutdürstig geschildert. In ihrem Gesicht wie in ihrer Haltung spricht sich eine gewisse Offenheit des Charakters aus. Ihre Frauen sind heller von Hautfarbe und häufig schön. Sie sind meistens Anhänger des Buddhismus, wie derselbe in Tibet 94½½ Ihre Sprache, von der verschiedene Diaekte bestehen, wird von einigen für verwandt mit dem Tibetanischen und der der Bhotyias, von andern für mehr eigentümlich gehalten. Eigentümlich ist bei ihnen die allgemeine, selbst bei den Vornehmern und Reichern unter ihnen bestehende Polyandrie. Bei den Bewohnern von Bisser im engern Sinne ist die Gesichts⸗ und Körperbildung mehr die der Hindu, zeigt aber nur selten die Weichheit und Intelligenz, welche den eigentümlichen Ausdruck derselben bilden. Sie stehen an Größe und Körper-Reß⸗ den Bewohnern von Kunawar nach. De Religion ist ein verdorbener Brahmanismus. Die am meisten in., Her Gottheiten sind Shiwa, Ganesa und Kali, der früher der Wirwen gebracht wurden. Das Verbrennen der Witwen hat erst in neuerer Zeit unter dem Einflusse der Engländer mehr und mehr abgenommen. Die religiösen Vorschriften der Hindu hinsichtlich der Nahrung sind von keiner Geltung bei den Bewohnern von B. Mit Ausnahme des leisches der Kuh essen sie alle übrige Arten von Fisch und Fleisch. Die Radscha —* die meisten andern ht Draß sind Radschputen. 85 Kasten bestehen daselbst rahmanen, Cunnoits und Kulis. B. war früher von den Gurkas abhän-Pb. O mußte diesen einen Jahrestribut von 8000 St. zahlen. Mit Unterstützung der Engländer machte sich 1815 B. von der überherrschung der Gurkas frei und der Radscha trat, durch Traktat vom 5. Nou. genannten Jahres, in das Verhältnis eines Lehnträgers zu der Englisch-Ostindischen Kom-Riout Der von dem Radscha zu ahlende Jahrestribut beträgt 1500 Pfd. St. Seine Einkünfte sollen sich auf 150000 Pfd. St. im Jahre belaufen. unSchriftstellerin, geb. 31. Jan. 1798 zu Warin in 5Mecklenburg-Schwerin, wo ihr Vater Arzt war. rIn ihrem 16. Jahre führten die Kriegsverhältnisse hden Lieutenant von B. in das elterliche Haus, „ welcher sich mit ihr vermählte und den sie in den „Krieg begleitete. Im J. 1837 nahm ihr Gatte als Oberstlieutenant seinen Abschied und zog sich mit nseiner Gattin nach Nienburg an der Weser zurück. Nach dem Tode ihres Gatten (1856) siedelte sie 1858 „nach Rostock, 1870 nach Anklam über, wo sie 22. Jan. 1879 starb. Ihren Ruf als Schriftstellerin begründete 3 mit dem Roman: „Die Fanulie Steinfels oder ie Kreolin (2 Bde. Hannov. 1841). Dieser Arrbeit folgten: Victorined (2 Bde., Hannov. 1842), „(Waldheim » (2 Bde., Hannov. 1844), Minonav, Hannov. 1845). Später uchte sie den Stoff für ihre Darstellungen in der Geschichte. So entstan⸗ „den die —rn. Romane „Don Manoel Godoyv 16 Bde., Hannov. 1845), welcher anonym erschien, 1%1846) und «Rainer Widdrik und die Ditmarschen „im J. 1500 „ (3 Bde., Hannov. 1847). Außerdem „erschien von 6 die treffliche Erzählung einer