Bisutun oder Bihsutun, richtiger Behistun, ein Berg bei dem gleichnamigen Dorfe im pers. Kurdistan, 38 km östlich von Kirmanschahan, it bekannt durch die an seiner senkrecht sich 550 m hoch erhebenden Seite eingehauenen Skulpturen und Keilinschriften des Perserkönigs Darius I., in welchen derselbe in drei Sprachen, auf altpersisch, medisch und assyrisch, seine Siege in 19 Schlachten egen die Rebellen in den verschiedenen Provinzen seines Reichs und die Beruhigung desselben voll Dankbarkeit gegen Ormuzd verkündigt. Der Berg ist seit alter Zeit berühmt. Diodor gedenkt seiner unter dem Namen Bagistanon (was sich altpersisch als „Götterwohnung » erklärt) und der auch jetzt noch erzählten Sage, daß die Bildwerke von der Königin Semiramis herrührten. Die spätere pers. Sage schreibt letztere der spätern Sassanidenzeit zu, aus deren früherer Periode in der That auch die bei Kirmanschahan befindlichen Inschriften von Tak⸗-i-Bostaän herrühren. Das bedeutendste histor. Monument der pers. Geschichte ist jedoch das große Relief von B., welches eine mytholog. Figur, einen König nebst zwei Kriegern mit langen Speeren hinter ihm und neun Gefangenen darstellt, sowie 16 dazu gedaun achämenidische Keilinschriften nebst ihrenlüberetzungen. Als Kunstwerk stehen die Skulpturen von B. entschieden unter denen von Persepolis. Die Inschrift ist 100 meüber der Ebene angebracht und die Felswand mit großer Sorgfalt geglättet und mit einem Firnis überzogen, daher das Denkmal im ganzen noch gut konserviert erscheint. Es führte eine Treppe hinauf, die, wie man sagt, von Timur ½1½ wurde. Nicht weit von B., am linken Ufer es Gamasabflusses, finden sich Ruinen eines Palastes aus der Sassanidenzeit, von den Umwohnern Takht-i-Schirin genannt, und ähnliche, weniger bedeutende Trümmer einige Stunden weiter bei dem Dorfe Sermadsch. Das große Verdienst, diese In⸗ — —7 (. Keilins chriften mit eigener Gefahr zuerst kopiert und entziffert zu haben, gebührt dem Engländer Harry Rawlinson. Seitdem haben sich namentlich 1.5680 Oppert, Spiegel, Holtzmann, Mordtmann, de Saulcy, Norris, Westergaard mit den dreien oder den einzelnen übersetzungen beschäftigt. Die vollständigste Übersetzung Opperts enthält Le peuple et la langue des Medes (Par. 1879).