FeedBrest⸗-Litowsk
ErdkundeBrockhaus 1882

Brest⸗-Litowsk, früher Berestow (poln. Brzese-Litewski), Kreisstadt im russ. Gouvernement Grodno, mit einer Festung ersten Ranges an der Mündung des Muchawez in den Bug, wichtiger Knotenpunkt der Cisenbahnen Moskau-B., Warschau-Terespol, Kiew-B. und B. Grajewo, mit 35 424 C., hat ein kaiserl. Schloß mit Park, drei Kirchen, ein Kadettenkorps, eine Synagoge, ein roßes Proviantmagazin für 21000 Mann, ein Zollamt, einen Hafen, Lichterfabriken, Bierbrauereien, Sägemühlen, Seifensiedereien, Gerbereien. Für den Handel hat B. eine wichtige Bedeutung, da von hier aus Getreide Leinsaat, Flachs, Teer, Holz und Borsten nach Danzig verschifft werden. Der ganze Handel befindet sich in den Händen der Juden. Im J. 1189 kam B., vorher zum Russischen Reiche gehörig, an den poln. König Kasimir den Gerechten; 1241 wurde es von den Monolen zerstört, 1275 von dem volhyn. Fürsten Wladimir neu aufgebaut, 1319 von dem litauischen ürsten Gedymin eingenommen, 1379 von den Deutchen Rittern verbrannt. Im J. 1436 wurde hier wischen Polen und dem Deutschen Ritterorden ein riedensvertrag geschlossen; 1569 wurde B. nach der Vereinigung Litauens mit Polen die Residenz der Fürsten Radziwill; 1706 wurde es von den Schweden zerstört, 1795 kam es an Rußland und ist seit 1801 Kreisstadt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 523Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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