Blaas (Karl, Ritter ir, Historienmaler, geb. zuNauders in Tirol 28.April 1815, kam 1830 in das Atelier Arnolds in Innsbruck und später an die Akademie nach Venedig. Hier trat er uerst mit der Komposition: Tullia fahrt über den Leichnam ihres Vaters, hervor, dann mit seinem Selbstporträt und einer Reihe von Genrebildern. Später ging er nach Rom, wo Overbeck und seine Gesinnungsgenossen auf ihn einwirkten; Früchte davon waren sein Rosenwunder der heil. Clisabeth und andere Kompositionen religiösen Inhalts. Dann hielt er sich in Neapel und Palermo auf. Im J. 1852 als Professor an die Akademie zu Wien berufen, vollendete er die aus 33 Gemälden bestehende Ausschmückun der Kirche des Grafen — Käroly zu Föt bei Pest, wobei er dem Stil der vorrafaelischen Ara nacheiferte; ferner: Karl d. Gr. besucht die Knabenschule, jetzt im Belvedere 10 Wien. Seit 1854 beteiligte B. an der Freskodekoration der Lerchenfelder Kirche daselbst, für welche er 25 Komositionen entwarf. Im J. 1855 ging B. als Proessor an die Akademie zu Venedig und schuf hier 1858 das figurenreiche Gemälde des Raubes der Venetianischen Bräute im 6. Jahrh. Hierauf gelangte er zur größten eshalle seines Lebens, der Ausmalung der Ruhmeshalle im k. k. Arsenal in Wien, in 42 Darstellungen aus der österr. Geschichte bestehend, woran er 11 Jahre lang arbeitete. Seit 1866 ist B. wieder Professor an der wiener Akademie. Zu seinen neuesten Gemälden gehören: die Porträts des Kaisers von Osterreich und der jetzigen Königin von Spanien; das Historienbild Ekkehart trägt die o dfe 6 von Schwaben über die Klosterschwelle, und die Genrebilder Der Dorfpolitiker und Die Lotterieschwestern. Er hat sein Leben selbst beschrieben (Wien 1876).— Auch seine 5 Ju-Eugen, geb. 24. Juli 1843 zu Albano, und Julius B., geb. 1845, sind treffliche Maler. Eugens Scenen aus dem Kulturleben des alten Venedig Dung. viel poetische Auffassung und eine schöne Färung. Julius ist vorzüglich in Darstellung von 8 und Sportscenen. lacas d' Aulps (Pierre Louis, Herzog von), franz. Diplomat während der Restauration, geb. 12.Jan. 1771 auf dem Schlosse Verignon bei Aulps in der Provence, war beim Ausbruch der Revolution Kapitän der Kavallerie, emigrierte dann und diente später in dem Condéschen Korps, sodann focht er in der Vendee. Hierauf ging er nach Verona u Ludwig XVIII., wurde von demselben als Gedandter nach Petersburg geschickt und folgte ihm 1800 nach England. Nach der Restauration 1814 wurde er Haus⸗ und Staatsminister und, nach d'Avaray's Tode, des Königs geheimer Berater. Im J. 1816 * Pair ernannt, kam er als Gesandter nach Neapel, wo er die Vermählung des Herzogs von Berri mit der Tan dom von Neapel vermittelte. Als Gesandter zu Rom hatte er 1817 großen Anteil an dem berüchtigten Konkordat. Nachdem er 1820 von dort zurückgekehrt war, wurde er erster Kammerherr des Königs, 1821 Herzog, und bekleidete dann abermals abwechselnd die Gesandtschaftsposten zu Rom und Neapel. Auch Karl X. schenkte ihm sein volles Vertrauen. Da er Ludwig Philipp den Eid verweigerte, wurde er aus der Pamsliste gestrichen. B. folgte Karl X. nach Holyrood, Prag und Görz. Nach dem Tode desselben lebte er mit dem Herzog von Angouléme auf dem Schlosse Kirchberg in Niederösterreich und starb daselbst 17. Nov. 1839. Er war im Laufe der Zeit zu großen Reichtümern gekommen, und raitlantunl besaß er in Paris die vorzüglichsten Kunstsammlungen, besonders an orient. Medaillen, über welche der Bibliothekar Reinaud in der Description des monuments musulmans du cabinet de B.o (2 Bde., Par. 1828)