FeedBock (Franz)
ReligionBrockhaus 1882

Bock (Franz), bekannt durch seine Arbeiten und Forschungen auf dem Gebiete der kirchlichen Altertumskunde und der *. der christl. Kunst, geb. 1823 zu Burtscheid, esuchte das Gymnasium zu Aachen und widmete sich hierauf zu Bonn dem Studium der Theologie. Nachdem er 1850 zum Priester geweiht worden war, erhielt er seine erste Anstellung als Kaplan in Krefeld, wo er unter anderm 1852 eine größere Ausstellung von alten Meisterwerken der christl. Kunst, die erste dieser Art auf deutschem Boden, veranstaltete und ein später zu emem großartigen Etablissement aufgeblühtes Institut zur chen Mu kirchlicher Seidenstoffe nach mittelalterlichen mervorla en begründete. Um die Paramentik und die metallischen Kunstwerke des Mittelalters zu studieren, machte B. eine längere Reise durch eutschland, Frankreich, Italien und England, deren Ergebnisse er in der (Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelaltersv (3 Bde., Bonn 1859—71) niederlegte. Seit 1857 an der St. Albanskirche zu Köln in der Seelsorge thätig, Aute er mit Reichensperger, Kreuser, Schmidt u. a. Anteil an dem Aufschwunge, der seit jener Zeit auf den verschiedenen Gebieten der kirchlichen Kunst von Köln —. Dahin gehören die Begründung des erzbischöfl. Museums, des Discesankunstvereins, die Errichtung von Musterschulen b Lachen ng kirchlicher Stickereien zu Köln und Aachen sowie von Meisterwerkstätten für kirchliche Goldschmiedearbeiten in Krefeld, Köln, Kempen, Aachen. Gleichzeitig veröffentlichte B. «Das heilige Köln. Beschreibung der mittelalterlichen Kunstschätze in seinen 11- und Sakristeien⸗ N 1859—61) und begann Die Musterzeichner des Mittelalters d (Heft 1—3, Lpz. 1859—61). Ferner erschienen von ihm »Das karoling. Münster zu Aachen»(Bonn 1859), Der Reliquienschatz des Liebfrauenmünsters zu Stichruh (Aachen 1860), Der Kronleuchter Kaisers Friedrich Barbarossa im Münster zu Aachen⸗ (Lpz. 1864) und das Prachtwerk « Die Kleinodien des heiligen Römischen Reichs deutscher Nation nebst den Kroninsignien Böhmens, Ungarns und der Lombardeis Wien 1864, Fol., mit 58 in Interese sener Ar. Tafeln). Nachdem B. 1861 im Interesse seiner Arbeiten eine abermalige Reise nach Italien gemacht hatte, ging er nach Rumänien, wo sich ihm ein neues rr für seine kunsthistor. Arbeiten eröffnete. Nach ängerer ümer 1864 in seine Vaterstadt zurückgekehrt, ward B. zum Ehrenkanonikus und 1868 zum wirklichen Kanonikus an der Stiftskirche zu Aachen ernannt. Er schrieb noch: «Karls d. Gr. Pfalzkapelle und ihre Kunstschätze »(2 Bde., Köln u. Neuß 1867), „Die Reliquienschätze der ehemaligen gefürsteten Reichsabteien Burtscheid und Cornelimünster» (Köln u. Neuß 1867), „Der Kunst⸗ und Reliquienschatz des Kölner Doms» (Köln u. Neuß 1869), «Die mittelalterlichen Kunst⸗ und Reliquienschätze zu Maestrichtv (Köln u. Neuß 1872) und gab das Lieferungswerk Rheinlands Baudenkmäler des Mittelalters » (Köln u. Neuß 1868—72) heraus. In neuester Zeit war B. mit Erfolg thätig, das Kunsthandwerk, namentlich in dem Bereiche der Goldschmiedekunst, der Skulptur, der Stickerei und der Dekorationsmalerei zu fördern und zu heben, und rief 1875 in Aachen eine Fortbildungsschule für angehende Kunsthandwerker ins Leben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 223Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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