FeedBlankenburg
GeschichteBrockhaus 1882

Blankenburg ist der südöstl. Teil des Herzogtums Braunschweig (s. d.), welcher, im Bereiche des westlichsten Unterharzes und einzelner Teile des Oberharzes, von preuß. Harzanteilen t. Rn A en ist und nur Lemauige an nbalt suendt it Ausschluß der ehemaligen Abtei Walkenried bildete B., das bis ins 12. Jahrh. der Hartinggau Dode 983 hieß, eine Grafschaft, welche nach dem Tode des letzten Grafen von B., Johann Ernst, 1599 an Braunschweig fiel, 1690 Ludwig Rudolf, dem zweiten Sohne Anton Ulrichs von Wolfenbüttel, übereben, 1707 zum Fürstentum erhoben und bis 1731 elbständig regiert, von da an aber wieder mit Braunschweig vereint wurde und blieb. Gegenwärsch besteht der Kreis B. aus den Amtern B., Hasselfelde und Walkenried, in der Gesamtgröße von Die Hauptstadt Blankenburg (lam Harz) liegt dicht am Nordrande des Harzes in 234 m Höhe, ist mit Halberstadt durch eine Eisenbahn verbunden, Sitz einer Kreisdirektion, eines Amtsder Die einer Generalsuperintendentur sowie er Direktion der Harzer Werke, mit Gymnasium, Kaserne, zwei Heilanstalten für Nervenkranke, Kalk⸗ und Ziegelbrennereien, Handel mit Berg⸗ und Hüttenerzeugnissen und 5200 E. Die Stadt wurde 1182 und 1386 verwüstet, auch 1625 durch Wallensteins Belagerung hart bedrängt. — Siebenjährigen Kriege gewährte ihre völlige eutralität dem braunschw. Hofe eine sichere Zuflucht, die auch später, 24. Aug. 1796 bis 10. Febr. 1798, Ludwig XVIII. nach seiner Flucht aus Dillingen, unter dem Namen eines Grafen von Lille, hier fand. Südlich von B. erhebt sich auf einem unter Thonschiefer hervortretenden Kalksteinfelsen, dem 323 mehohen Blankensteine, das in einfachem, aber edelm Stil erbaute Schloß, welches als zeitweise Residenz des Herzogs von Braunschweig neuerdings geschmackvoll eingerichtet worden ist, eine reizende Aussicht gewährt und hritus in ältere Gemälde (unter anderm ein Christus im Tempel, von 1527), Familienporträts und Erinnerunen an die Kaiserin Maria Theresia enthält, welche etztere hier ihre früheste Jugend verlebte. Seiner ausgezeichneten Temperaturverhältnisse wegen ist B. als klimatischer Kurort, besonders für Nervenleidende, in Aufnahme gekommen. Die Umebung von B. ist romantisch und auch historisch böchst interessant, und die Stadt ein beliebter Aufenthaltsort der Harzreisenden. Im S. des Schloßbergs erhebt sich der noch höhere Calvinusberg mit noch önerer Aussicht. Im NW. der Stadt befindet sich ein großartiges Hüttenwerk zur Gewinnung von Roheisen; etwas Rcheelsei liegt das ehemalige Cistercienserkloster Michgelstein mit sehenswerten Kreuzgängen. Im O. der Stadt ragt in lundsten Formen aus der Ebene die aus Quaderandstein Wderen Klippenreihe der Teufelsmauer hervor, auf deren Gestein bedeutende Steinbrüche in Betrieb stehen, und 8 Em südöstlich bricht die Bode durch die Granitfelsen der Roßtrappe (s. d.). Ungefähr 2 km nördlich von B. erhebt sich ebenalls in den groteskesten Formen eine bis zu 75 m teil aus der Ebene ansteufels zusammenhängende eihe von Quadersan + welche auf ihrer Ostseite die geschleifte preuß. Bergfestung Regenstein oder Reinstein trägt. Diese wurde 919 von König Heinrich I. erbaut, im Dreißigjährigen Kriege von Wallenstein eingenommen, 1670 von Brandenburg, nach Enthauptung des at Kaiser Leopold I. aufrührerischen Grafen von Tättenbach als verfallenes halberstädtisches Lehn eingezogen. Den Franzosen, welche die Festung 1757 eroberten, nahmen sie 1758 die Diemo wieder ab, die dann die Werke schleiften. Die modernen Ruinen und in die Felsen gehauenen Kasematten sind teilweise in Vergnügungslokale der Blankenburger umgewandelt. Vgl. Leibrock arbend. der Stadt und des Fürstentums B. v (Blan enb. 1864).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 125Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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