FeedHydroiden
TierreichBrockhaus 1882

Hydroiden (Hydroidea) nennt man eine Ordnung der Pflanzentiere. Die meisten H. sind Kolonientiere in Gestalt von Bäumchen oder Büschchen, häufig umgeben von einem hornigen Überzug, dem Perisark; Stamm und Aste des Bäumchens (Hydroidpolyps) sind von einem kommunizierenden Hohlraume, dem gemeinsamen Ginelgote kanal durchzogen, der sich auch in die Einzelpo pen fortsetzt. Diese Polypen sind häufig ungleich artig entwickelt, und haben die verschieden gestalteten Individuen auch verschiedene Leistungen zu verrichten (s. unter Polymorp ismus), namentlich lassen sich Ernährungspolypen und Fortpflanzungspolypen (Gonoblastidien) unterscheiden; auf den letztern, bisweilen 19 0 — an der Wand der Polypenbäumchen, entwickeln sich die sog. Geschlechtssemmen (Gonophoren), die in ihrer höchsten Entfaltung als Medusen (Hydroidquallen) von meist kleiner Gestalt, einfachem Baue und getrenntem Geschlecht sich loslösen und frei weiterleben; aus den Eiern dieser Medusen entwickeln sich wieder Polypenbäumchen; es findet mithin ein Generationswechsel statt. Aber wie es Hydroidpolypen gibt, die sich ohne freie Medusen vermehren, so gibt es auch zu dieser Gruppe ihrem Baue direkt ohne Polypengeneration entwickeln. H. gibt es in allen Meeren, aber nur wenig Formen finden sich im süßen Wasser, nämlich Hydra und Cordylophora. (über beide s. Süßwasserpolypen.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 495Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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