FeedBleizucker
NaturlehreBrockhaus 1882

Bleizucker, essigsaures Bleioxyd (Plumbum aceticum oder Saccharum Saturni), Formel: Pb(C.H= O2)2 3 H= O, ist ein Bleisalz, welches man durch Auflösen von Bleiglätte (Bleioryd) in Essigsäure oder gereinigtem aure ich und Abdampfen der geklärten, mit Essigsäure schwach angesäuerten Lösung in farblosen, vierseitigen Säulen erhält. Die Verwendung unreiner Essigsäure ist unzweckmäßig, weil man dabei zunächst nache Berlun Produkt erhält, welches durch mehrfache, Verlust bringende Umkrystallisationen zu reinigen ist. Um einen Kupfergehalt, der sich in der Glätte meist findet und in die Lösung übergeht, zu beseitigen, digeriert man die Flüssigkeit vor dem Verdampfen mit metallischem Blei, wodurch das Kupfer gefällt wird. Die Krystalle verwittern an der Luft und zersetzen 10 etwas, indem sie Kohlensäure aufnehmen und Essigsäure abgeben, daher sie stets einen Geruch nach Essig verbreiten. Sie lösen sich deshalb bei längerer Aufbewahrung nicht vollständig im Wasser auf, indem ein unlöslicher Rückstand von kohlensaurem Blei bleibt. Die klare Auflö8.6 wird in gleicher Weise an der Luft zersetzt. B. schmilzt bei 40 in seinem Krystallwasser. In einer Retorte über 200,)Berhitzt, liefern die Krystalle eine flüchtige, alkoholähnliche Flüssigkeit, das Aceton (s. d.), während auch Kohlensäure entweicht und Blei und Kohle als Rückstand bleiben. Man Geder den B. schon im 8. üh . von dem Araber Geber beschrieben, und auch Basilius Valentinus und Theophrastus kennen ihn. Er ist wie alle Bleisalze giftig und hat seinen Namen von dem zusamin grober süßen Geschmacke. Man fabriziert ihn in großer Menge und benutzt ihn in den Färbereien und Zeugdruckereien zur Bereitung der essigsauren Thonerde (Rotbeize), bei der Firnisbereitung und zur Darstellung von Farbematerialien, namentlich von Bleiweiß und Chromgelb. Der B. wird auch in der Medizin angewandt, besonders äußerlich (zu Augenwässern u. s. w.), in kleinen Dosen auch innerlich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 166Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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