Bleuker (Ludw.), amerik. General, in Deutschland besonders durch seine Teilnahme an dem pfäl-Ach bad. Aufstande bekannt, geb. 31. Juli 1812 zu Worms, ließ sich 1832 bei der bayr. Legion anwerben, die den König Otto nach Griechenland begleitete, und kehrte 1837 mit dem Grade eines Lieutenants zurück. Er etablierte sich dann als Weinhändler in seiner Vaterstadt, wo er fallierte. Nach den Februarereignissen von 1848 ward B. einer der Hauptführer der revolutionären Partei in Rheinhessen. Als Befehlshaber eines aus rheinhess. und pfälz. Freischaren und Volkswehren gebildeten Korps bemächtigte er + Mai 1849 Ludwigshafens, besetzte 17. Mai Worms und unternahm in der Nacht vom 19. zum 20. den mißlungenen Angriff auf Landau. Nach dem Einrücken der Preußen in die Pfalz nahm er teil an dem Kampfe in Baden. Kurz vor dem Gefecht von Durlach ward er zur Behauptung von 9 obne und Knielingen abgesandt, zog sich jedoch ohne Kampf von diesem Posten Mura und verteidigte während der Gefechte an der Murg die wichtige Position von Gernsbach. Als der Aufstand unterdrückt war, wandte sich B. mit seiner Schar nach der Schweiz, wo er jedoch im Sept. 1849 ausgewiesen wurde. Er siedelte Wepon nach Amerika über und erwarb hier in der Nähe von Neuyork in Rockland-County eine Farm. Später lebte er meist in Reuyork, wo er Handelsgeschäfte trieb, und führte im April 1861 ein deutsches Jägerregiment als Oberst ins Feld. Als solcher kommandierte er in der ersten Schlacht von Bull-Run (. d.) 21. Juli 1861 eine Reservebrigade und hielt, der einzige unter den höhern Bundesbefehlshabern, den verfolgenden Südländern tapfer Stand, wodurch er die Bundeshauptstadt I+ I vor der Einnahme durch den Feind rettete. Am 9. Aug. 1861 zum Brigadegeneral ernannt, befehligte er bei Cröffnung des Feldzugs von 1862 eine Division und ward mit ihr dem Oberbefehle Fremonts in Westvirginien unterstellt. Hier zeichnete er sich besonders bei Croß-Keys aus, indem er die schon fast verlorene Schlacht wieder zum Stehen brachte. Der Nachlässigkeit in Verwaltung des Verpflegungsdepartements beschuldigt, ward er im Juli 1862 außer Aktivität gesetzt. B. zog sich dann auf seine Farm zurück, wo er 31. Ott. 1863 starb. lennemefis, Schleim, Schleimabsonderung; rie, Blennochezie, schleimiger Durchfall; Blennophthalmie, Augentripper; Blenn ophthisis, Schleimschwindsucht; Blennopthsis, Schleimhusten; Blennophra, Schleimfieber; Blennorrhagie, Blennorrhöe, Schleimfluß, s. unter Katarrh; Blennösis, Katarrh der Schleimhäute; Blennothorax, Brustverschleimung; Blennotorrhöe, Ohrenschleimfluß; Blennurie, Schleimharnen. ö Blepharidoplastik (grch.), die künstliche Wiederersetzung verloren gegangener Augenwimpern durch Hautüberpflanzung; Blepharoplastik, dieselbe Operation an den Augenlidern. Blephäris (grch.), Augenwimper. Blephäron (grch.), Augenlid; Blepharitis, Augenlidentzündung; Blepharödéma, Augenlidgeschwulst; dalte: Ble ophimösis, Verengung der Augenlidspalte; Blepharophhma, Drüseneschwulst des Augenlids; Blepharoptösis, ugenlidvorfall; Blepharospasmus, Augenlidkrampf. Blessieren (frz.), verwunden; Blessur, Wunde. Blessington (Margaret, Gräfin von), engl. Schriftstellerin, geb. 1. Sept. 1789 zu Curragheen in der irischen Grafschaft Waterford, wo ihr Vater, Edmund Power, ansässig war, vermählte sich, kaum 15 J. alt, mit dem Kapitän Farmer und, nachdem sie 1817 verwitwet, im folgenden Jahre mit Charles John Gardiner, Grafen von B., der sie in die vornehme Welt einführte. Mit ihm unternahm sie mehrere und lange Reisen auf dem Kontinent. In Genua war sie mit Lord Byron befreundet und hielt sich dann bis 1829, wo ihr Gatte starb, in Paris auf. Der letztere hinterließ ihr hinreichendes Vermögen, sodaß sie im Stande war, ihren litterarischen Neigungen und im Verkehr mit jenen Kreisen der höhern Gesellschaft zu leben, denen die Stoffe ihrer Romane entlehnt sind. Als Schriftstellerin trat sie zuerst mit dem Werkchen The magic lantern, or scenes in the Metropolis (Lond. 1825) auf, welchem die «Travelling sketches in Belgiumo ipelhe Ihre Conversations with Lord Byrons, welche 1832 zuerst im New Monthly Magazinen und dann (1834) als besondere Schrift erschienen, haben viel dazu beigetragen, den Dichter in seinem Vaterlande in einem bessern Lichte darzustellen, als man ihn bis dahin aufgefaßt hatte. Nach diesen Arbeiten erschienen dann neben den in Rochefoucaulds Stile gehaltenen «Desultory thoughts and reflectionso zahlreiche Novellen und Erzählungen, die mehrfach ins Deutsche und andere Sprachen übersetzt worden sind. Erwähnung verdienen davon die Confessions of an elderly gentlemano (Lond. 1836), &Confessions of an elderly lady (Lond. 1838) und The victims of Societys (3 Bde., Lond. 1837), unstreitig ihr bekanntestes und de. Lond. Werk, sowie der Idler in France (2 Bde., Lond. 1841) und der Idler in Italyo (3 Bde., Lond. 1839—40). Nachdem sie lange Zeit in London einen Mittelpunkt litterarischer Geselligkeit gebildet hatte, ging sie Anfang 1849 mit ihrem Schwiegersohne, dem Grafen d'Orsay, nach Paris, wo sie 4. Juni 1849 starb. Das Literary Life and Correspondence of the Countess of B. wurde von Madden (3 Bde., Lond. 1855) herausgegeben. Blesson (Ludw. Joh. Urban), bekannt als Militärschriftsteller, geb. 27. Mai 1790 zu Berlin, hatte sich anfangs dem Bergbau gewidmet, trat aber 1813 beim nenieurt) des welch als Freiaum Df in das Ingenieurkorps, in welchem er bald zum Offizier stieg. Mit dem zweiten preuß. Armeekorps war er 1815 in dem Belagerungskriege an der Sambre und in den Ardennen thätig. Zum Hauptmann ernannt, wurde er nach dem Frieden als Lehrer der Ingenieurwissenschaften an der Kriegsschule in Berlin und als Mitglied der Examinationskommission angestellt. B. erhielt 1829 als Major den nachgesuchten Abschied und lebte seitdem den Wistenschaften zu Berlin, wo er 20. Jan. 1861 starb. Sein Ruf als Militärschriftsteller gründet sich besonders auf eine Reihe von Werken über die Befestigungskunst, welche trotz der Modifikationen, die das Befestigungswesen unter dem Einfluß der neuesten Entwickelung der Feuerwaffen erfahren hat, immer noch I1 ert behalten. Dahin gehören: «Feldbefestigungskunst für alle Waffeno (Berl. 1825), Große Befestigungskunst für alle ghrn a 2 Vde., Berl. 1830—35), (Geschichte der großen Befestigungskunste (Berl. 1830), Die Lehre vom graphischen Defilement (Berl. 1828). Einflußreich wirkte er auch durch die «Militärlitteraturzeitunge, die er seit 1820 mit Decker und Maliszewski schaft und und die «Zeitschrift für Kunst, Wissenschaft und Geschichtes, die er 1824 mit Decker und Ciriacy begründete.