Blind (Karl), polit. Maune und Schriftsteller sco 4. Sept. 1826 zu Mannheim, en polht sich chon als Student in Heidelberg an den polit. Bewegungen, wurde 1847 wegen Verbreitung der Flugschrift Deutscher Hunger und deutsche Fürstenzu Neustadt a. d. H. verhaftet, erhielt aber im November seine Freiheit wieder zurück. Nach Aus bruch der Revolution von 1848 nahm er hervorraenden Anteil an den Vorgängen in Karlsruhe und Frankfurt a. M., wo er verwundet wurde. Infolge seiner Teilnahme am Heckerschen Aufstand mußte er ins Exil nach dem Elsaß gehen. Auf Befehl Cavaignacs nach der Schweiz gebracht, unternahm er im September 1848 mit Struve den zweiten Frei⸗⸗ scharenzug; er kämpfte bei Staufen mit, wurde nach Erstürmung der Stadt mit Struve im Dorfe Wehr gefangen genommen, in die rastatter Kasematten abgeführt und zu achtjähriger Zuchthaus800 verurteilt, aber im Mai 1849 durch Volk und Soldaten befreit. In Karlsruhe wurde B. durch den Landesausschuß als diplomatischer Bevollmächtigter nach Paris gesandt und hier, der Teilnahme an dem Aufstand vom 13. Juni 1849 beschuldigt, zwei Monate gefangen gehalten, dann aus Frankreich verwiesen. Er lebte seitdem zu Brüssel mit seiner Gemahlin, die ebenfalls polit. Haft erduldet hatte, und seit 1852 in London, von wo aus er in der deutschen, engl. und amerik. Presse in demokratischem Sinne wirkte. Auch redigierte er eine Zeit lang die demokratische Zeitschrift Der deutsche Eidgenosser. Die schleswig-holstein. Sache fand an ihm einen eifrigen Vertreter. Bei Gelegenheit des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870—71 wirkte er auf Versammlungen und in der Presse in nationalem Sinne. Später veröffentlichte er in verschiedenen Zeitschriften eine Reihe von Abhandlungen über Gegenstände der Politik, Geschichte, Biographie, iussohn B und german. Altertumskunde. Ein Stiefsohn B.s, Ferdinand Cohen Blind, verübte 7. Mai 1866 ein Attentat auf den Grafen Bismarck und tötete sich an demselben Tage im Gefin durch Offnung der Pulsadern. lindagen (frz.), s. Blendungen.