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ErdkundeBrockhaus 1882

Blicksignale, s. Signale. Blidah, feste Hauptstadt eines Arrondissements der Provinz Algier der franz. Kolonie Algerien, am Rande der Ebene Metidscha und am nördl. Fuß Atlasgebirges, 259 müber dem Meere und 49 km im SSW. von der Stadt Algier gelegen, mit welscher es seit 1863 — eine Eisenbahn und den lebhaftesten m Felde verbunden ist. Die Stadt B. ist von reichen 11 ern, Obst⸗ und Blumengärten und berühmten Orangenpflanzungen sowie von Citronen⸗, Granat⸗, Jujube⸗, Maulbeer⸗, Iir en⸗ und Lorbeerbäumen it Wafser welche der Ued⸗(Wadi) Kebir reichlich mit Wasser versieht. Der Ort wurde erst zur Zeit der Türkenherrschaft gegründet, 1825 durch Erdbeben gänzlich zerstört, aber bald wieder an derselben Stelle aufgebaut. Nach der Eroberung Algiers durch die Franzosen nahmen diese B. wiederholt unter blutigen Greueln, bis es von Abdeel-Kader, dem es zuletzt gehorchte, im Frieden an der Tafna (30. Mai 1837) an Frankreich förmlich abgetreten ward. Aus den franz. Lagerstätten, die man damals ober⸗ und unterhalb der Stadt anlegte, entstanden die Dörfer Joinville und Montpensier. Seitdem hat B. seine reichen natürlichen Hilfsmittel und einen früher ungekannten Grad des Wohlstandes entfaltet. Die Stadt hat jetzt breite Straßen mit modernen Häusern, viele öffentliche Gebäude, Bazars, Hotels und Cafés, ein Theater, eine Wasserleitung und ist als schattenreicher Orangenplatzo und afrik. Gartenstadt sehr beliebt. Sie ist mit einer Mauer, festen Türmen, fünf Thoren und tüchtigen Verteidigungsanstalten, besonders dem Fort Mimiah auf einem 394 m hohen steilen Felsen, versehen, beherrscht die Metidscha und die Eingänge des Atlas und dient als Aufbruchsort und Mittelpunkt der Verproviantierungen für die Expeditionen nach dem Süden. Auch bildet B. den Knotenpunkt der Handelswege von Medeah im S., Milianah im W., Boufarik und Algier im N., Fonduk im NO. und selbst Scherschell im NW. und gilt als das Centrum der Kolonisation der Metidscha und das Entrepöt der Kolonisten wie der einheimischen Stämme im weiten Umkreise. Von den 15 255 E. ist etwa die Hälfte Europäer. B. ist Sitz der Behörden und Gerichte des Arrondissements sowie des Stabes der Militärdivision. Es hat eine franz.⸗arab. Schule, eine prot. Schule, verschiedene Kirchen und Moscheen, ein Militärhospital, ein wichtiges Gestüt, einen Bahnhof und ein Telegraphenbureau u. s. w. Außer der Kultur von Obst und Orangen bauen die Einwohner Getreide, Mais, Krapp, Wein, Baumwolle und Tabak. Auch beuten sie die benachbarten Kupferminen und Cedern und Korkeichenwälder aus, fabrizieren Essenzen, Pfropfen und treiben einträglichen Handel. Ungefähr 4 Km von B. auf der Straße nach Medeah befinden sich die vielbesuchten Grabmäler des Marabut Mohammedeel-Kebir und seiner zwei Söhne. Auch ist die Umgebung von B. reich an Naturschönheiten, namentlich die Schlucht von Chiffa (12 km), bei welcher eine China-Anpflanzung EWird. worden ist. lide, Wurfmaschine, s. Blyde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 169Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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