FeedBona (frz. Böne)
ErdkundeBrockhaus 1882

Bona (frz. Böne), feste Hafen⸗ und Inarischen eines Arrondissements und einer militärischen Subdivision der Provinz Konstantine in der franz. Kolonie Algerien, 156 EKm im NO. von Konstantine, 440 km östlich von Algier, herrlich an der Mündung der Seybouse, an der Westküste des geräumigen Golfs von 5 ona, der mehrfach durch Hafenbuchten und Kaps ausgezackt ist, welche mit Batterien, Forts und Leuchttürmen versehen sind, am Fuße des bewaldeten, 1004 m V4½⁷ Edugh. B. zählt (1876), ohne 4000 Mann Garnison, 18866 E., wovon 6000 Franzosen und etwa 7000 Herheben- und — aus der amphitheatralisch sich erhebenden Oberstadt und der Unterstadt, ist jetzt fast ganz in europ. Stil umgebaut, mit Quais und Promenaden umgeben und durch eine Wasserleitung reichlich mit Fontänen und Brunnen versehen. An der Nordseite liegt außerhalb der Ringmauer auf einem 105 m hohen isolierten Hügel die Citadelle oder Kasbah, ursprünglich von Kaiser Karl V. 1535 erbaut und 26. Juni 1832 von den Franzosen eingenommen. Schon vorher war sie zweimal b.eht und 1831) vorübergehend von den Franzosen esetzt worden. Sie wurde 1850 zum Staatsefängnis für Deportierte bestimmt. B. ist der Sitz er Arrondissements⸗ und Militärbehörden, eines Civil⸗ und Friedensgerichts, einer Handelskammer und mehrerer Konsulate. Die Stadt hat ein 115. und eine grabp.; mehrere kath., eine prot., eine jüd. und eine arab.⸗franz. Schule, eine schöne kath. und eine prot. Kirche, eine Synagoge, mehrere Moscheen, ein sehenswertes Kloster der Barmherzien Schwestern, eine Kaserne, ein Militär⸗ und ein Livilhospital und andere Wohlthätigkeitsanstalten, Baun eine Bank und ein Theater. Sie besitzt eine aumschule, eine berühmte Eisenmine, Kupfererze, Olivenpflanzungen, Korkeichenwaldung, einen Marmorbruch, Sl⸗ und andere Mühlen, eine Seidenspinnerei und verschiedene andere Fabriken und erzeugt in ihrer äußerst fruchtbaren Umgebung Getreide, Oliven, Tabak, Wein und Obst. Der Handel mit diesen Produkten sowie mit Mehl, Ol, Wachs, Honig, Vieh, Wolle, Leder und sehr geschätzten Seisen ist nicht unbedeutend, aber seit der Eroberung von Philippeville gesunken. B. hat einen durch zwei Molen geschüßten Vorhafen von 79 ha und dahinter einen Hafen von 10 ha. Die Reede ist zur Zeit der Korallenfischerei sehr ½5 Der Dafen, welcher im Golf die Carubienbai bildet, ist Stürmen ausgesetzt, und der bei Fort Genois, der beste, fast 7 Km von der Stadt B. entfernt, wegen Schwierigkeit des Landtransports der Waren nicht günstig gelegen. Von B. nach dem Bergwerk von Ain-Mokra führt eine 30 km lange Eisenbahn, und eine etwa 70 km lange nach Guelma, die bis Tebessa fortgesetzt wird. Dampfschiffe gehen regelmäßig m SSW. 1 Tunis und Marseille. Etwa 2 km im SSW. von B., dem alten Aphrodisium, liegen auf einer mit Oliven⸗, Orangen⸗ und Senboufe l bewachsenen Anhöhe, zwischen der Seybouse (Ubus oder Rubricatus) und dem Wadi-Budschimah, die 60 ha bedeckenden Ruinen des alten Hippo-Regius (s. d.). Vgl. Niel, (Bone et ses environso (Par. 1879). zona dea (die gute Göttino) war eine altitalische und röm. Göttin des Segens der Erde und der Fruchtbarkeit überhaupt, welche mit andern Göttinnen dieser Art, wie Maia, Terra und namentlich Fauna, nahe verwandt war, wie sie denn bald Tochter, bald Gemahlin des Faunus genannt wird. Ihr zu Ehren fand nihn Dezember im Hause des jeweiligen höchsten Magistrats in Rom eine durch das Abenteuer des Clodius Pulcher s. d.) berühmt gewordene Festfeier statt, der nur rauen anwohnen haltw und wo selbst Bilder männlicher Tiere verhüllt wurden, während surder nachdem ein Sühnopfer von Schweinen für das Wohl des Staats dargebracht war, die Feier, welche Plutarch mit denen orphischer Mysterien vergleicht, einen mehr ausgelassenen Charakter trug. Nach den Schilderungen Juvenals ward sie in der Kaiserzeit sogar oft in unsittlichster und ausschweifendster Weise begangen. Vgl. Motty, «De Fauno et Fauna sive Bona dea ejusque mysteriis (Berl. 1840); Guidobaldi, Damia o Bona deao (Neap. 1865); Marruchi in den Bulletinio des Archäologischen Instituts (Rom 1879).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 301Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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