Blume nennt man im gewöhnlichen Leben jede farbige Blüte und zwar bezieht sich dieser Ausdruck auptsächlich auf das mh Aussehen der die lüte zusammensetzenden weich lätter. Die Ausbildung derjenigen Teile, welche für die Topfpflanzung notwendig sind, kommt dabei weniger in Betracht. Deshalb belegt der Sprachgebrauch * diejenigen Blüten, denen jene buntgefärbten u äußerst mannigfaltig gestalteten Hochblätter fehlen, nicht mit dem Namen B. In der Gärtnerei und auch im gewöhnlichen Leben braucht man oft den Namen B. nicht bloß für die Blüten, sondern für die ganzen Pflanzen, die durch die Farbe und Gestalt ihrer Blüten ausgezeichnet sind. In neuerer Zeit hat der Ausdruck B. auch eine bestimmte wisam Eeeunt Bedeutung erhalten. Je mehr man ur Erkenntnis der mannigfaltigen Arten Beäubung (s. d.) gelangte, desto mehr wurde die Bedeutung der Farbenpracht, des Geruchs der Blüten, die gerade dazu Veranlassung geben, eine Blüte als B. zu bezeichnen, dem Verständnis näher gebracht. Da, wie durch zahlreiche Versuche bekannt geworden ist, die Bestäubung und somit die Befruchtung vieler Pflanzen nur durch Vermittelung von Insekten stattfinden kann, so ist in der Blüte auf ie verschiedenartigste Weise zur Anlockung der für die Bestäubung nutzlichen und zur Abhaltung der für dieselbe schädlichen Insekten gesorgt, Vorzüglich aber diejenigen Einrichtungen der Blüten, die zur Anlockung dienen, die bunten Farben, der Geruch u. s. w. sind es, welche die Blüten zu B. machen. In diesem Sinne bezeichnet man neuerdings alle diejenigen Blüten, welche auf Insektenbesuch angewiesen sind, als B., während dieser Ausdruck nicht ebraucht wird für solche Blüten, deren Bestäubung durch andere Einrichtungen, z. B. durch den Wind, erfolgt. 85 allgemeinen findet man die größte Formenun uunch den in der Tropenzone, und je weiter man nach den Polen fortschreitet, besto unscheinbarer werden die Blüten, um so weniger treten sie also in der Form auf, die man B. nennt. Es ma dies zurückzuführen sein einerseits auf die reichhaltigere Insektenfauna der wärmern Gegenden, die mannigfaltigere Anpassungen der Blüten bedingt, andererseits aber auch auf die intensivere Beleuchtung; die letztere bewirkt wohl auch, daß die alpinen Pflanzen, die ja ebenfalls einer stärkern Beleuchtung ausgesetzt sind, in den meisten Fällen eine schöne, lebhafte Färbung zeigen. n der Blumengärtnerei unterscheidet man gewöhnlich zwischen einfachen und vollen oder 6 üllten Blumen; doch hat diese Unterscheiung für den wissenschaftlichen —* der B. keine weitere Bedeutung. Die gefüllten B. sind entweder Mißbildungen, oder sie entstehen dadurch, daß die Bildung der Fortpflanzungsorgane fast vollständig unterbleibt, die S. Bii Teile dagegen stärker entwickelt werden. (S. Blüte.) Über die Farbstoffe, welche die Färbung der B. bedingen, s. unter Pflanzenfarbstoffe.