FeedBlumensprache
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Blumensprache, im Orient Selam (s.d.), nennt man die Kuns, durch natürliche Blumen Gedanken und Empfindungen auszudrücken und einem andern mitzuteilen. Die B., ursprünglich eine bloße Begrüßung, ist eine gehaltene des Orients, wo sie dem in der Einsamkeit gehaltenen schönen Geschlecht stets als Dolmetscher in Liebesangelegenheiten gedient hat sie ist nach Land und Sitte sehr verschieden. Die im Orient jetzt bliche B. gründet sich lediglich auf den Namen der Blume, während bei uns die symbolische Bedeutung der Blumen oft auch aus gewissen denselben eigentümlichen oder angedichteten Eigenschaften hergenommen ist. Vgl. Müchler, Die B. oder Symbolik des Pflanzenreichs » (nach dem Französischen der Frau Charlotte de Latour, Berl. 1820); Symanski, «Selam oder die Sprache der Blumeno (3. Aufl., Berl. 1823); Bratranek, 4Beiträge zu einer Asthetik der Pflanzenweltv(Lpz. 1853); Johanna Nathusius, «Die Blumenwelt Au ihrer deutschen Namen Sinn und Deutungo (2. Aufl., Lpz. 1869). Durch die Blume sprechen heißt soviel als geheimnißvoll, nur in Andeutungen und einzelnen verständlich reden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 194Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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