FeedBlumenhagen 1 Wilh. Georg Aug.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Blumenhagen 1 Wilh. Georg Aug.), Novellist, geb. 15. Febr. 1781 zu Hannover, lebte später daselbst als ausübender Arzt bis zu seinem Tode, welcher 6. Mai 1839 erfolgte. Gesammelt erschienen seine bessern Arbeiten unter dem Titel: Novellen und (Aiener 2155 (4 Bde., Hannov. 1826—27) und Reuer Novellenkranzy (2 Bde., Braunschw. 1829—30). Er schrieb ferner: «Akazienblüten; Aufsätze, Vorträge und Gedichte für Dichtungen (Hannov. 1815), «Freia, romantische ichtungeno (2 Bde., Erfurt 1811) und «Gedichter (2 Bde., Hannov. 1817; 2. Aufl. 1826); die Tragödie „(Die Schlacht von Thermopylä (Hannov. 1814) und das dramatische Gedicht «Simson v (Hannov. 1816); doch reichte sein Talent für die dramatische Poesie nicht aus. Seine 4Sämtlichen Schriftenv erschienen in zwei Sammlungen (25 Bde., Stuttg. 1836—40; 2. Aufl., 16 Bde., 1843—44). Blumenhandel. Blumen sowie ihre Samen und Zwiebeln bilden einen wichtigen Gegenstand der Handelsgärtnerei, und von dahr zu Jahr nimmt der Verkehr in diesen Artikeln an Umfang „„INn Holland herrschte im ersten Drittel des 17. Jahrh. ein wahrer Tulpenschwindel. Wie jetzt an Wertpapieren, so spekulierte man damals in Blumen, namentlich in Tulpen. Man verkaufte Blumenzwiebeln, die man nicht besaß, für unerhörte Summen mit der Bedingung, sie dem Käufer u einem bestimmten Termine zu liefern. Ein ulpenfreund in Alkmar verlauste zehn Dutzend Tulpenzwiebeln für 190000 Fl. Ein einziger Semper Augustus wurde einmal für 13000 Fl., drei Zwiebeln dieser Tulpenspielart ein anderes mal mit 30000 Fl. bezahlt. Als aber die Käufer Daadand der festgesetzten Summen zu verweigern egannen und die Generalstaaten 27. April 1637 verordneten, daß kontrahierte Summen solcher Art auf dem gewöhnlichen Wege wie jede andere Schuld beigetrieben werden sollten, fielen die Preise sehr schnell, und bald konnte man einen Semper Augustus um 50 und etwas später um 5 12 aben. In Harlem, dem Kulturparadiese der Zwnel und Tulpen, zog man später auch andere Zwiebel⸗ und Knollengewächse, wie Amaryllis (Hippeastrum), Crocus, Fritillaria, Lilium, Gladiolus, Iris u. a. m., in den Kreis der Kulturen, und hob dadurch den handelsgärtnerischen Verkehr gegen das Ende des 18. Jahrh. zu einer hohen Stufe. Der Handel mit Blumenzwiebeln ist auch jetzt uuch sehr beträchtlich, land mit Hyazinthen, welche nicht nur in Deutschand, sondern auch in Frankreich und England zu den beliebtesten Florblumen gehören, obgleich die roßartige Zwiebelkultur Berlins dem holländ. Herde großen Abbruch thut. Mehr als 50 ha andes in der Umgebung der Stadt Harlem sind allein der Kultur der Hyazinthe gewidmet und etwa 100—120 ha mit Tulpen, Krokus, Scillen u. s. w. bepflanzt. Gegen das Ende des 18. Jahrh. wandte sich die Mode in Deren Kuldu einigen andern Florblumen zu, für deren Kultur der Anstoß ebenfalls von Holland gegeben war, unter andern der Aurikel und der Nelke, welche eine lange Reihe von Jahren, begleitet von einem Ballast von Nomenklatur und Klassifikation, in — wohlgeordneten Kollektionen unterhalten wurden und den Gegenstand eines sehr ausgedehnten Handels bildeten. Mancher Spezialist dieser Blumistenfächer hat durch sie seine Wo umen fr begründet. Jetzt sind diese beiden Florblumen für den Handel bedeutungslos geworden. Für sie ist die Rose eingetreten, von deren Tbhundvn Sorten alljährlich Millionen durch Veredlung vermehrt und in den Handel gebracht werden. Im allgemeinen aber hat der Handel mit Blumen und Gemüsesamen in neuerer Zeit eine ungleich höhere Bedeutung als selbst der holländ. Blumenzwiebelhandel in Reiner Blütezeit. Große Mengen von Astern⸗, Levkojen⸗ und sonstigen Florblumensamen werden in Ersurt, Quedlinburg, Arnstadt und andern Samenbau treibenden Städten erzogen und nach allen Teilen der Erde versandt, wo Gartenbau eine Stätte Carfiol hat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 192Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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