FeedBlutbrechen
HeilkundeBrockhaus 1882

Blutbrechen (Haematemesis) nennt man denjenigen krankhaften Zustand, wobei flüssiges oder geronnenes Blut unter Würgen und Brechen durch den Mund nach außen geworfen wird. Das B. ist durchaus keine eigenartige, für sich bestehende Krankheit, sondern nur ein Krankheitsfymptom, welches zu den verschiedensten Erkrankungen des Verdauungsapparats hinzutreten kann. Gewöhnlich geht das Gefühl von Druck und Schwere im Magen, Übelkeit und Brechneigung vorher, nicht selten mit dem Kranten. Beschwerden. Dann ist es plötzlich dem Kranken, als würde eine warme Flüssigkeit in den Magen gegossen und steige den Schlund heranß⸗ worauf sich Ohnmachtsanwandlungen, Kühle und Blässe des Gesichts und kalter Schweiß eintellen und plötzlich vuche oder minder reichliche engen von Blut erbrochen werden. Ist die Menge des ausgeleerten Blutes bedeutend, so treten rasch die allgemeinen Zeichen der Blutleere (kleiner elender Puls, fahles Aussehen, Ohnmachten und Krämpfe) ein. Gewöhnlich kehrt das B. mehreremal wieder. Das entleerte Blut wird später schwärzer, wie Chokolade oder Kaffeesatz, oft fast unkenntlich, wie Ruß. Meist wird dann auch mit dem Stuhlgang geronnenes Blut ausgeleert, das aber ebenfalls fast unkenntlich, schwarz, pechartig aussieht. Gewöhnlich bleien noch monatelang gastrische Störungen zurück, und nicht selten kehrt die Krankheit später wieder. Zuweilen folgt der Tod, entweder infolge des Blutverlustes unter Krämpfen oder durch Erstickung während des Anfalls, oder später durch Entkräftung und die das B. veranlassenden Ursachen. Diese sind meist Entartungen des Magens: bald ganz kleine blutende Geschwüre (die sog. hämorrhagischen Erosionen), bald eigentliche Magengeschwüre oder Magenkrebs u. dgl.; bisweilen auch Unterdrückung gewohnter Blutungen in andern Organen, wie dies mitunter beim Ausbleiben der Menstruation beobachtet wurde (sog. vikariierende Magenblukranchei Auch im Verlauf von Leber⸗ und Milzkrankheiten kann es infolge der hochgradigen Blutstauung in der Magenschleimhaut zu mehr oder weniger beträchtlichen Blutungen kommen. Das B. ist immer Die Bebar besonders bei geschwächten Personen. Die Behandlung hat zunächst r absolute körperliche und geistige Ruhe, horizontale Laerung, sowie Enthaltung von aller Nahrung 3. forgen, dann die Ursachen zu erhepiuchelten. v. unterdrückte neHanden wiederherzustellen an verordnet scharfe Hand⸗ und ümeundr Eisumschläge in die Magengegend, unter Umständen blutstillende und beruhigende Mittel, Verschlucken Gtronensaft Cisstückchen, kleine Schlucke Eiswasser, Citronensaft oder Essig u. s. w. Die Nachkur richtet sich nach der Grunde liegenden Ursache und hat im übrigen ie zurückgebliebene Blutarmut zu bekämpfen. lutbühne, s. Schafott.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 200Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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