FeedBlutkörperchen enthält
HeilkundeBrockhaus 1882

Blutkörperchen enthält, die Leukämie (s. d.), bei welcher die 4./½7 Blutkörperchen übermä ig zahlreich sind, und die sog. progressive perniziöse Anämie, eine noch rätselhafte Krankheit, welche auf dem Zerfall und Untergang zahlloser Blutkörperchen beruht und unaufhaltsam in kürzester Frist unter Fiebererscheinungen zum Tode führt. Unter lokaler Anämie versteht man die auf einen bestimmten Körperteil beschränkte Blutleere. Jeder Druck auf die Haut macht dieselbe vorübergehend blutarm und blaß; ebenso alles, was die Muskulatur der Arterien zur ahrenden Gesaße bringt oder diese, das Blut zuführenden Gefäße sonstwie verengt. Daher bewirkt der Reiz der Kälte Anämie, jedoch nur auf einige Zeit, während nachher infolge der Erlahmung der Gefäßnerven und Schreck und . eine um so stärkere 15 folgt. Schreck und 92. wirken als Reiz auf die Nerven der Arterien des Mlul infolge dessen sie sich verengen und weniger Blut zu den Haargefäßen der Haut zulassen; daher das plötzliche Erblassen des Gesichts. Die lokale Anämie bewirkt Erkaltung des betroffenen Teils und Herabsetzung seiner Funktionen. Anämie der Haut wird daher als Kälte empfunden, Anämie der Drüsen bedingt Verminderung und Abänderung der Sekrete, Anämie des Gehirns S wäche oder Lähmung derselben. Die ausgedehnteste Anwendung 1˙1 die lokale Anämie in der von Prof. Esmarch in Kiel eingeführten künstlichen Blutleere bei Operationen, seit der allgemeinen Einführung der Chloroform-Narkose die wichtigste Bereicherung des chirurgischen Gaschen Wickelt man eine Extremität mit einer elastischen Kautschukbinde von unten na oben so fest ein, daß alles Blut aus derselben na aufwärts getrieben wird, und verhindert man den Bluteintritt durch ein am centralen Ende fest angelegtes elastisches Lertt ungelef so findet man nach Entfernung der zuerst angelegten elastischen Binde 149 Extremität leichenblaß, kalt, vollkommen blut-Er, sodaß man an ihr wie an der Leiche ohne jeden lutverlust operiren kann. Auf diese Weise darf man selbst in jenen Fällen operativ verfahren, in denen früher der Tod durch erblutung zu befürchten ware freilich hat man dieses sinnreiche Wirsahren bisjetzt nur an den Extremitäten und den äußern männlichen Genitalien vollkommen in Anwendung bringen können. Vgl. Esmarch, uber künstliche Blutleere bei Operationenv (Lpz. 1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 200Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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