FeedBluthirse
MusikBrockhaus 1882

Bluthirse, Samen des Blutfingergrases, s. Pianofortebauer der Gegenwart, geb. 11. März 1824 zu Falkenhain im preuß. Regierungsbezirk Merseburg, begründete 1853 mit 3 Arbeitern sein jetzt so pforteiabri Etablissement: Kgl. Sächs. Hof-Pianofortefabrik Julius Blüthnero in Leipzig. Die Fabrik entwickelte sich mit rapider Schnelligkeit; schon 1863 kam zu den alten Räumen ein neues Fabrikgebäude, in dem 100 Arbeiter Aufnahme fanden; 1869 folgte ein weiterer Bau für 200 Arbeiter mit Dampfanlage; hieran schloß sich 1872 ein dritter Anbau, 1876—77 entstanden neue Trockenspeicher und massive Trockenhäuser. Die Fabrikräume wurden von Jahr zu Jahr erweitert, 1880 und 1881 waren abermals Neuanbauten nötig, sodaß das Etablissement seitdem ein ganzes Straßenviertel von 24250 qm bildet und, bei ausgedehntestem Dampfbetrieb, 500 Arbeiter beschäfti t. Die Jahresproduktion beträgt ungefähr 3000 Flügel und Pianinos je zur Hälfte; 1880 wurde das 15000. Instrument vollendet, 1882 bereits die Zahl 20000 erreicht. Die Fabrik exportiert nach allen Weltgegenden, namentlich Australien (etwa 400 Pianos 96 Jahr), Amerika (200), England (400), Rußland (300), sonstiges Europa (500). B. hat an den Instrumenten mannigfache Verbesserungen angebracht; 1856 erhielt er eine neue Repetitionsmechanit patentiert; berühmt sind namentlich seine sog. Aliquotflügel, welche in allen bedeutendern Staaten patentiert wurden. Mit H. Gretschel gab B. ein «Lehrbuch des Pianofortebaues in seiner Geschichte, Technik und Theoriey (Lpz. 1872) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 211Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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