FeedBrunn (Heinr.)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Brunn (Heinr.), verdienter Archäolog, geb. 23. Jan. 1822 zu Wörlitz bei Dessau, besuchte das Gymnasium zu Zerbst, studierte seit 1839 zu Bonn, ging 1843 nach Italien, wo er sich durch wissenschaftliche, Relere der J. 1848 und 1849 auch polit. Schriftstellerei, durch Periegese in den Museen u. dgl. seinen Unterhalt erwarb, durchwanderte 1853 Unteritalien, um für das von Mommsen und Ritschl vorbereitete große Inschriftenwerk das weitzerstreute Material zu sammeln, und kehrte im Herbst desselben Jahres nach Deutschland zurück, wo er vom Herbst 1854—56 Privatdocent und Kustos der Universitätsbibliothek in Bonn war. Gegen Ende 1856 ging er wieder nach Rom zurück und wurde daselbst Sekretär des Archäologischen Instituts. Im Verein mit Henzen und unter Beihilfe der von der preuß. Regierung dem Institut gewährten Unterstützung gelang es ihm, dasselbe einer neuen Blüte entgegenzuführen und zu einem Mittelpunkt für die Bildung jüngerer Archäologen zu machen. Seit 1865 ist B. Professor der Archäologie an der Universität München und Konservator des Münzkabinetts, seit 1868 auch Konservator der Vasensammlung des Königs Ludwig J. in München. Unter Bis gelehrten Arbeiten sind die bedeutendsten die „Geschichte der rme Künstlerv (2 Bde., Stuttg. 1853—59) und rilievi delle urne etruschey (Bd. 1, Rom 1870). Sonst sind zu nennen: Die Philostratischen Gemälde gegen Friederichs verteidigte (Lpz. 1861), «Die Kunst bei thek König Ludwigs I.v (Münch. 1868; 4. Aufl. 1879), Probleme in der Geschichte der Vasenmalereis (Münch. 1871). Außerdem hat B. zahlreiche Abhandlungen für die Schriften des der Wünem chen Instituts der Bayrischen Akademie der Wissenschaften und für andere Zeitschriften geliefert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 625Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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